Originaltitel: LORDS OF DOGTOWN

USA 2005, 107 min
Verleih: Sony

Genre: Erwachsenwerden, Sport, Drama

Darsteller: Emile Hirsch, John Robinson, Heath Ledger

Regie: Catherine Hardwicke

Kinostart: 08.09.05

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Dogtown Boys

Mit dem Brett durch den Pool

Hier in Dogtown, wo der Highway 69 ins Meer fällt und mit ihm der amerikanische Traum, hat alles begonnen. In den Ruinen des einstigen Touristenmekkas, im Kaff am Meer, wurde der Skateboard-Mythos geboren. Aus Dogtown kamen die Z-Boys, Skater und Surfer aus dem Dunstkreis des legendären "Zephir"-Shops von Skip Engblom. Und von hier begannen Tony Alva und Stacy Peralta schließlich ihren Siegeszug durch die Popkultur und Skaterwettbewerbe. Sie wurden zu Ikonen, während Jay Adams, der talentierteste der drei Skater-Pioniere, die Welle zum Ruhm verpaßte, diesen vielleicht auch nie wollte.

Nicht nur der kometenhafte Aufstieg der Z-Boys wird hier nachgezeichnet, sondern auch die Kehrseite der Medaille mit Neid, Zerwürfnis und der Einsamkeit des Ruhmes. Stacy Peralta gehörte zum legendären Skaterteam, ist nun selbst Filmemacher und lieferte auch das aktuelle Drehbuch. Ihm ist es auch zu verdanken, daß immer wieder der rebellische Funke jener Zeit die Leinwand entzündet und dem Aufsteigermärchen genüßlich Brandlöcher zufügt. Mit diesem Feuer unter dem Hintern der selbstgefälligen westlichen Welt kennt sich David Fincher seit seinen Meisterstücken SIEBEN und FIGHT CLUB bestens aus. Ursprünglich wollte er selbst Regie führen, zog schließlich als Produzent die Fäden und überließ Catherine Hardwicke das Feld. Sie stellte 2003 mit DREIZEHN eindrucksvoll ihren geschickten Umgang mit jungen Darstellern unter Beweis, ein hilfreiches Talent angesichts des großteils jugendlichen Ensembles.

Trotzdem leidet der Film unter Startschwierigkeiten, zu lang die einführenden Szenen, zu zäh das Timing. Als jedoch - der biologischen Evolution gleich - die Helden das Wasser verlassen und die Surftricks auf die Skateboards und mit diesen in leere Swimmingpools verlagern, nimmt der Fahrtwind zu und das Schicksal seinen Lauf. Die Sportwirtschaft empfängt die frischen Gesichter Tony Alva und Stacy Peralta mit offenen Armen, rebellische Gedanken und alte Freundschaften bleiben auf der Strecke.

DOGTOWN BOYS will hoch hinaus, möchte zeitgleich Sportfilm, Drama über das Erwachsenwerden und ruppiges Zeitgeistpanoptikum der Siebziger Jahre sein. Das gelingt nicht immer perfekt, aber durchaus ordentlich. Und wenn im Finale alle Fäden zusammenkommen, dann ist eine gehörige Portion Kinomagie im Spiel.

[ Roman Klink ]

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