Originaltitel: DOKTOR PROKTORS PROMPEPULVER

Norwegen/D 2014, 88 min
FSK 0
Verleih: Senator

Genre: Kinderfilm, Abenteuer

Darsteller: Emily Glaister, Eilif Hellum Noraker, Kristoffer Joner, Atle Antonsen, Linn Skåber

Regie: Arild Fröhlich

Kinostart: 15.01.15

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Doktor Proktors Pupspulver

Luft nach hinten und oben

Alles startet ziemlich vielversprechend. Eine liebestolle Dame säuselt ihrem Angeschmachteten entgegen: „Versprich mir, daß Du an mich denken wirst – jeden Tag!“ Und mit typisch männlicher Ignoranz ertönt prompt als Antwort: „Hin und wieder muß ich auch arbeiten.“ Die Strafe für derart hohen Romantikmangel folgt sogleich in Gestalt einer gigantischen Schlange. Klingt schräg? Und irgendwie klasse? Ist es auch, zumindest eben anfangs, wo eine Katze wegen verstärkter Blähungsdichte aus dem Fenster segelt und wir Lise kennenlernen.

Das verlachte Mädchen freundet sich mit Bulle an, kleinwüchsig und großmäulig. Zusammen sind die zwei Außenseiter stark und trauen gar Doktor Proktor über den Weg, wobei klar wird, daß der verrückte Erfinder eigentlich ein Netter ist. Sein neuester Geniestreich – siehe Filmtitel. Nun hat besagtes Pulver die Kraft, Menschen raketengleich gen Himmel zu schießen, und zwar ohne zu stinken! Super Sache, was natürlich schnell ein Finsterling erkennt und das Zeug vereinnahmt.

Daß der Handlungslauf spätestens ab dato strikt vorhersehbaren Mustern folgt, war bei Kinderfilmen ja schon immer relativ unproblematisch, aber der Teufel steckt hier nun primär in der Redundanz. Beim 25. Furz schleicht dann eben doch die zum ungeduldigen Uhrenblick animierende Langeweile herbei, und außerdem mag man erneut die Frage stellen: Warum muß es eigentlich heutzutage so oft schlicht eklig sein? Macht eine zum explosionsartigen Übergeben gezwungene Anakonda den Kleinen wirklich Spaß? Ausgehend von den Diskussionen, welche die zur Pressevorführung geladene Kindergruppe während des Films lautstark führte, tatsächlich eher nicht. Weit prekärer indes, wie konsequent das Ganze nach skurrilen Einfällen zu Beginn (wenn sich beispielsweise alte Damen per geruchlosem Pups gegenseitig die Haare trocknen, müssen selbst erwachsene Begleitpersonen schon wenigstens grinsen) nachläßt, streckenweise geradezu desinteressiert hingeklatscht wirkt, Schönes wie ein Stummfilmsegment zur Verdeutlichung von Proktors tragischer Liebe regelrecht torpedierend. Fast so, als wären beim hektischen Runterkurbeln plötzlich sämtliche Ideen ausgegangen.

Bleibt allein die stille Hoffnung, das Versäumte im bereits angekündigten zweiten Teil sehen zu dürfen. Dann geht’s um eine Zeitbadewanne – zumindest in der jetzigen Theorie also eine saubere Sache ...

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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