Originaltitel: DRACULA 2000

USA 2000, 103 min
Verleih: Highlight

Genre: Horror, Literaturverfilmung

Darsteller: Jonny Lee Miller, Christopher Plummer

Regie: Patrick Lussier

Kinostart: 26.04.01

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Dracula

Moderne Version über den adligen Blutsauger

Manche Kinomythen sterben nie. Vor allem jene nicht, die schon tot sind.

Für DRACULAS Rückkehr auf die Leinwand verlegte Autor Joel Soisson Bram Stokers Blut-saugerfabel in die Gegenwart. Diesmal ist der alternde Vampirjäger Abraham Van Helsing Antiquitätenhändler im neuzeitlichen London. Aus seinem Tresor raubt eine Bande dreister Diebe einen versiegelten Sarg und befördert das Diebesgut nach New Orleans - ohne zu wissen, WEN sie gerade erbeutet haben. Schon schrumpft die dortige Einwohnerzahl, und Dracula wandelt unter den Lebenden, auf der Suche nach der jungen Mary, welche eine geheimnisvolle Verbindung zu ihm hat. Doch Van Helsing ist dem attraktiven Nager schon auf der Spur...

Nach Beißerfilmen wie BLADE oder John Carpenters VAMPIRES war es nur eine Frage der Zeit, daß der Urvater aller Nachtgestalten eine Imagekorrektur erhält. Schicke Schauplätze, Groove aus den Boxen und frische Darsteller - die Hollywood-Regenerationsformel geht auch diesmal auf. Die Handschrift des Produzenten Wes Craven schimmert immer dann durch, wenn der Horror weniger aus dem Kopf als aus der zerberstenden Dolby-Surroundanlage kommt. Die eigentliche Überraschung jedoch ist, daß Regisseur Lussier der Geschichte nach über 100 Jahren neue Töne abgewinnen kann und sogar einige Überraschungen parat hat.

So behält er die Grundidee mit Vampirjäger Helsing, Draculas seelenverwandter Geliebter Mary samt Freundin Lucy bei, stellt jedoch neue Verbindungen zwischen den glaubwürdigen Figuren her. Eine Augenweide sind Draculas Gespielinnen, im wahrsten Sinne verkörpert von Jennifer Esposito, Vitamin C und Jery Ryan. Auch Justine Waddell als Mary (die ausgerechnet in einem Virgin Store arbeitet - Danke, Herr Drehbuchautor!) beweist Präsenz in ihrer ersten Hauptrolle. Johnny Lee Miller als Junior-Vampirkiller zeigt Charisma und ist dann eher fürs Grobe zuständig. Wenig spektakulär aber recht charmant ist Gerard Butler als finsterer Fürst. Zusammengekniffene Augen ersetzen Bedrohlichkeit allerdings nicht, und so wirkt er eher wie ein trotziger Depeche Mode-Fan mit Vampirkomplex. Doch daran werden sich Fans des Genres nicht stören und die Frischblutkur begrüßen. Wohl bekomm’s!

[ Roman Klink ]

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