D 2025, 97 min
FSK 0
Verleih: Tobis

Genre: Dokumentation, Sport

Regie: Nadja Kölling, Vanessa Nöcker

Kinostart: 19.03.26

Ein Sommer in Italien – WM 1990

War ’ne geile Zeit

Wie sagte Christoph Daum, der große Philosoph, Fußballtrainer und Gourmet gelegentlicher Substanzen: „Wenn der Kopf funktioniert, dann ist er das dritte Bein.“ Es waren viele Beine unterwegs in jenem Sommer in Italien, die WM 1990 wurde gewonnen und alle Köpfe funktionierten. Allerdings war die Akzeptanz der Methoden noch anders als heute. Oppa erzählt vom Fußballkrieg.

Ästhetisch geht die Doku von Vanessa Goll und Nadja Kölling ausgetretene Pfade hin zum Sportfanfilm mit historischem Material (inklusive „bislang ungesehener“ Homevideos), sprechenden Köpfen, dem Besuch einiger Stationen von einst, Stories, Schwänken, Anekdoten. Dazu der Großflächenangriff des Orchesters. Man ist also eher auf die Protagonisten angewiesen, und sie liefern ab – in der angestammten Länge von 90 Minuten plus drei Minuten Nachspielzeit. Fußball ist Mannschaftssport, und der Film folgt dieser Idee, versammelt 18 Protagonisten, geht mit ihnen ins einstige Teamhotel Castello di Casiglio in Erba am Comer See, raus aufs Wasser, hinein in legendäre Stadien. Es wird gelacht und geweint, denn die goldige Truppe von einst hat im Tod von Frank Mill und besonders WM-Held Andreas Brehme schon Lücken.

Karl-Heinz Riedle bringt alles Schwärmen auf den Punkt: „War ’ne geile Zeit!“ Klinsmann, Buchwald, Völler, Möller, Matthäus, Häßler, Illgner, Littbarski, Köpke – 18 eben, plus Trainer Franz Beckenbauer aus dem Archiv. Machen wir uns nichts vor, wir wollen keine Analysen, sondern persönliche Erinnerungen! Die gibt es zuhauf, und sie sind ziemlich putzig, speziell zum Freizeitverhalten der Spieler. Loddar M. sagt: „Franz hat uns erwachsen sein lassen.“ Das sagt im Grunde alles.

[ Andreas Körner ]