Originaltitel: ELLA JA KAVERITE

Finnland 2013, 81 min
FSK 0
Verleih: Film Kino Text

Genre: Kinderfilm, Abenteuer, Komödie

Darsteller: Freja Teijonsalo, Eero Milonoff, Kari Ketonen

Regie: Taneli Mustonen

Kinostart: 26.12.13

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Ella und das große Rennen

Klopse stoppen Bulldozer

Die Schulzeit ist eine dröge bis peinliche Angelegenheit? Nicht so in den „Ella“-Büchern des finnischen Autors Timo Parvela, der selbst lange als Lehrer gearbeitet hatte, bevor er sich hauptberuflich den Abenteuern von Ella und ihren Freunden widmete. Mit ELLA UND DAS GROSSE RENNEN wurde nun erstmals eines seiner Werke verfilmt.

Die gemütliche Schule, in die Ella und ihre Mitschüler gehen, ist den großen Plänen des kleinen Herrn Yksi im Weg. Er möchte dort eine Rennstrecke bauen, um seinen Sohn Kimi, den zukünftigen Motorsport-Weltmeister, zu trainieren. Da paßt es ihm ausgezeichnet, daß das Schulamt sowieso die Schule auf dem Kieker hat. Dummerweise nämlich hatte Ellas leicht vertrottelter Lehrer keine Lust auf den ganzen Behördenpapierkram, der ihn ohnehin nur bei seinem Schläfchen in der Klasse stört. Also müssen die Kinder in die labyrinthartige Stadtschule, wo sie sich erst einmal auf Expedition begeben, um ihren neuen Klassenraum zu finden. Dabei stoßen sie unter anderem im Keller auf eine gespenstische Musikklasse. An diesem schauderhaften Ort wollen sie auf keinen Fall bleiben, aber was tun? Ihre alte Schule soll abgerissen werden, und die Kinder können die Bulldozer erst in letzter Minute dank der komischen Fleischklopse aus der Kantine stoppen. Da bleibt ihnen nur noch eine Wette mit dem eitlen Herrn Yksi. Doch wo bekommen Ella, Hanna, Timo, Pekka, Mika, Tiina und Rambo bis morgen einen Rennwagen her?

Es ist ein herrlicher Spaß für alle Zuschauer, Ella und ihren Kameraden bei der Rettung der Schule zuzusehen. Die Geschichte steckt voller aberwitziger Einfälle, etwa wenn sich die Kinder mit Sonnenbrillen und falschen Bärten verkleidet als „wohlhabende Freunde des Motorsports“ ausgeben, um einen Rennwagen zu kaufen. Das gesamte Filmpersonal ist mit großer Spielfreude bei der Sache, und Regisseur Taneli Mustonen gelingt es hervorragend, den schrägen Witz der Buchvorlage auf die Leinwand zu übertragen.

In den Augen der Kinder erscheinen die Regeln und Rituale der „Großen“ oft absurd, aus dieser kindlichen Perspektive auf die Erwachsenenwelt speist sich der Humor der „Ella“-Reihe. Und für die Erwachsenen ist es befreiend, ihr ach so ernstes Leben für die Dauer des Films aus einer kindlichen Distanz beobachten zu können.

[ Dörthe Gromes ]

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