Originaltitel: ELLA JA KAVERIT 2 – PATEROCK

Finnland 2013, 86 min
FSK 0
Verleih: Film Kino Text

Genre: Kinderfilm, Abenteuer

Darsteller: Freja Teijonsalo, Jyry Kortelainen, Eero Milonoff

Regie: Marko Mäkilaakso

Kinostart: 12.02.15

1 Bewertung

Ella und der Superstar

Das Einmaleins rocken

Auch in Finnland grassiert augenscheinlich das Superstar-Virus, es hat den 8jährigen Pekka infiziert. Der tagträumt davon, ein berühmter Rockstar zu werden. Dann hätte er einen Manager, der ihm all seine Schwierigkeiten aus dem Weg räumen würde, und müßte sich nicht mit dem öden Einmaleins abplagen, das der Lehrer ihm einzutrichtern versucht. Seine Klassenkameraden Ella, Timo, Hanna, Tiina, Mika und Rambo lassen sich von diesem Traum anstecken und beschließen, ihrem Freund auf dem Weg zum Ruhm zu helfen. Rechnen können sie schließlich auch noch später lernen. Da trifft es sich gut, daß die berühmte Sängerin Elvira demnächst ein Konzert in der Stadt geben wird. Ob die Pekka vielleicht adoptieren würde?

ELLA UND DER SUPERSTAR ist nach ELLA UND DAS GROSSE RENNEN bereits die zweite Verfilmung aus der amüsanten Ella-Reihe des finnischen Autors Timo Parvela. Beide Filme funktionieren jedoch unabhängig voneinander. Im Mittelpunkt stehen wieder Ella und ihre Freunde, die mittlerweile in die zweite Klasse gehen. Nicht zu vergessen ihr Lehrer, den Eero Milonoff erneut herrlich schräg als Anarchotypen im abgewetzten Jackett, mit Quadratbrille und leicht fettigen Haaren gibt. Der Lehrer liebt seinen Beruf und leidet gleichzeitig unter ihm – insbesondere die Bezahlung könnte besser sein. Auch macht ihm die Direktorin, die gleichzeitig Pekkas Mutter ist, das Leben schwer.

Dieses Mal lag die Regie in den Händen von Marko Mäkilaakso, was sich insofern bemerkbar macht, als daß ELLA UND DER SUPERSTAR leider nicht an den aberwitzigen Drive und subversiven Humor des Vorgängerfilmes unter der Regie von Taneli Mustonen heranreicht. Einige Szenen wirken redundant, der Gag mit den Bärten aus dem ersten Film wird schlicht kopiert und büßt so an Wirkung ein. Außerdem versäuert mitunter der pädagogische Zeigefinger den Witz. So wird in etlichen Szenen etwas penetrant darauf hingewiesen, daß man sich die Dinge selbst hart erarbeiten muß, statt auf den Ruhm zu hoffen, der vermeintlich alle Probleme lösen wird. Und überhaupt ist ja nicht alles Gold, was glänzt.

Trotz dieses Mankos ist ELLA UND DER SUPERSTAR alles in allem ein überdurchschnittlich gelungener Kinderfilm, der auch den erwachsenen Begleitpersonen durchaus Spaß macht.

[ Dörthe Gromes ]

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