Originaltitel: EN LA CAMA

D/Chile 2005, 85 min
Verleih: Farbfilm

Genre: Drama, Erotik

Darsteller: Blanca Lewin, Gonzalo Valenzuela

Regie: Matías Bize

Kinostart: 13.12.07

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En la cama

In den Laken liegt die Wahrheit

Atmen, Stöhnen, Seufzen - die eindeutigen akustischen Merkmale für Sex sind zu hören. Auf der Leinwand ein undeutliches Gewirr aus weißem Stoff, Haut und Gliedmaßen. Dann ist es vorbei und der Rauch der obligatorischen "Zigarette danach" erfüllt das Zimmer. Es befindet sich in einem Stundenhotel, geschaffen nur für den einen Zweck, wie das Schild "Sexit" über der Tür eindeutig belegt.

Auch die Spiegel, die roten Wände und das freizügige Fernsehprogramm sprechen Bände. Das Paar liegt erschöpft im Laken, und das Reden beginnt. Den Anfang nahm der Abend auf einer Party. Jetzt streiten sich die beiden, wer wen abgeschleppt hat und lernen sich allmählich kennen. Dazwischen immer wieder Sex. Doch je tiefer die Gespräche gehen, je mehr Zuneigung füreinander entsteht, desto größer werden auch die Abgründe, die sich offenbaren.

EN LA CAMA ist ein interessantes Kabinettstückchen. Wie bei seinem Debüt SÁBADO - DAS HOCHZEITSVIDEO arbeitete der chilenische Regisseur Matías Bize auch hier mit knappen Mitteln: zwei Schauspieler, ein Zimmer, eine Handkamera - mehr braucht er nicht, um seine Geschichte zu erzählen. Der Blick ins Bett und damit ins Intimste der Protagonisten ist das was zählt. Dabei gelingt es ihm, die vielen Worte nicht ermüdend wirken zu lassen und den Blick des Zuschauers bis zum Schluß auf die Leinwand zu bannen. Nicht wegen der expliziten Szenen, sondern aufgrund der intelligenten, echten Dialoge - und der beiden Hauptdarsteller.

Die leisten unter dem wachen Auge der Kamera beachtliches und damit ist nicht nur die körperliche Anstrengung gemeint. Knapp anderthalb Stunden sind wir ganz auf ihre Personen und Rollen, die sie verkörpern, fixiert. Blanca Lewin, die gehörnte Gattin in SÁBADO, und Gonzalo Valenzuela, der bisher nur in Fernsehrollen zu sehen war, machen EN LA CAMA zu dem, was es ist: eine spannende und durchaus realistische Gefühlsstudie eines One-Night-Stands.

[ Lars Tunçay ]

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