Originaltitel: ESCAPE PLAN

USA 2013, 116 min
FSK 16
Verleih: Concorde

Genre: Action

Darsteller: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jim Caviezel

Regie: Mikael Hafström

Kinostart: 14.11.13

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Escape Plan

Deutsch-amerikanische Freundschaft unter Tanzbären

Auch ein Job: Im Lande der zunehmend privatwirtschaftlich betriebenen Haftanstalten bieten Ray Breslin und sein Kleinunternehmen einen besonderen Service an, eine Art Stiftung Warentest für Hochsicherheits-Gefängnisse. In selbige läßt Ray sich als Häftling einschleusen, mit Vorliebe in Exemplare, die als besonders ausbruchsicher gelten, um dann aus diesen eben auszubrechen. Das Risiko liegt dabei allein bei Ray, ist natürlich kein kleines, aber der Typ ist einfach voll cool und voll clever und voll kraß und so und reißt es immer, das mit dem Ausreißen. Danach dürfen die Gefängnisbetreiber verdrießlich dreinschauen – und die Sicherheitslücken stopfen.

So könnte es für Ray weitergehen bis zum Ruhestand. Doch dann flattert eines Tages ein neuer Auftrag ins Büro: Praxistest für einen privaten High-Tech-Knast wird gewünscht. Keine Sache, denkt Ray. Und irrt. Denn nicht nur, daß er sich bald in einem Gefängnis befindet, das er so wirklich noch nicht gesehen hat, muß er doch auch bald schmerzlich begreifen, daß er zudem Opfer einer fiesen Intrige, somit tatsächlich gänzlich auf sich allein gestellt und – ein Unglück kommt selten allein – auch noch einer sadistischen Intelligenzbestie von Anstaltschef samt martialischem Personal ausgeliefert ist.

ESCAPE PLAN ist ein doofer Film. Aber einer von denen, die das selbst wissen, und die in ihrer Unbedarftheit dahertapsen wie ein goldiger Testosteron-Tanzbär. Muß man nicht, kann man aber mal süß finden. Zumal, wenn Kampf-Brummi Sylvester Stallone auf Kampf-Brummi Arnold Schwarzenegger stößt, wird es knuffig – und total lustig. Schwarzenegger spielt nämlich Mithäftling Emil Rottmayer, einen Deutschen aus – ja, das wird so gesagt – Mannheim (wegen Mann-Heim?), der sich mit Ray bald auch in Freundschaft zusammenrauft und in einer emotional echt schwergewichtigen Szene das „Vaterunser“ spricht. Ach was: Arnie röhrt es – und zwar in Deutsch. Und man denkt sich: Wie geil ist das denn! Man will sich auf dem Boden kugeln.

Funktioniert natürlich nur in der Originalfassung, wegen des Kontrastes zum Englisch. Soll heißen: Die schönste Szene des Films geht in der deutschen Synchronisation wahrscheinlich vor die Hunde. Solche Sätze wiederum sagt man sonst nur mit Blick aufs ambitionierte Arthouse-Kino. Da kann man mal sehen, wozu die alten Muskel-Action-Heroes noch verleiten.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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