Originaltitel: EVIL DEAD

USA 2013, 91 min
FSK 18
Verleih: Sony

Genre: Horror

Darsteller: Jane Levy, Shiloh Fernandez, Lou Taylor Pucci, Jessica Lucas

Stab:
Regie: Fede Alvarez
Produktion: Sam Raimi

Kinostart: 16.05.13

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Evil Dead

Die Teufel tanzen wieder

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die Welle der Hollywood-Remakes von Low-Budget-Kulthorrorfilmen auch Sam Raimis Klassiker TANZ DER TEUFEL aus dem Jahre 1981 erreicht. Nachdem Rob Zombie Michael Myers aus HALLOWEEN bereits zweimal wieder auferstehen lassen durfte, das TEXAS CHAINSAW MASSACRE sogar in 3D an den Nerven sägen darf, wurde nun also EVIL DEAD von Sony zum Mainstream-Horror aufgepeppt. In den USA ging die Rechnung für den Großkonzern mehr als auf, dem visuellen Blutdurst der amerikanischen Jugend sei Dank. Allerdings ist das schon auch ein bißchen bedenklich, denn EVIL DEAD setzt vor allem, was die Gore-Effekte angeht, deutlich neue Maßstäbe fürs Multiplex. Für einen nicht unwahrscheinlichen Teil 2 wird eine Steigerung der Gewaltorgie so fast zur Mission Impossible.

Aber bis das Gemetzel so richtig beginnen kann, müssen die Dämonen um die altbekannte Waldhütte erst einmal geweckt werden. Auch dieses Mal tut dies ganz klassisch eine Gruppe junger attraktiver Menschen, allerdings machen die Waldgäste diesmal keinen netten Ausflug, sondern begleiten ihre Junkie-Freundin Mia zum kalten Entzug in das abgelegene Exil. Das Unheil in der unheilvollen Hütte kommt dann aber eben doch nicht aus einem Fixerbesteck, sondern wie gehabt aus dem okkulten „Buch der Toten“, das Eric, Mias bester Freund, trotz klarer Warnung im Einband zur Gute-Nacht-Lektüre wählt. Fortan wehrt sich, wer noch im Besitz des eigenen Körpers ist, wortwörtlich mit Händen und Füßen gegen das Böse. Praktischerweise ist die Hütte voll mit Schneidewerkzeug aller Art, vom elektrischen Tranchiermesser bis zur guten alten Kettensäge.

Die Analogie von dämonischer Besessenheit und Drogensucht ist sicher die originellste neue Zutat, was die Story angeht, ansonsten sind es vor allem die perfekt inszenierten Schockeffekte, die EVIL DEAD aus der Flut der mediokren Horror-Remakes herausragen lassen, dabei aber auch den verspielten Charme des Originals gleich mit killen. Genrefans dürfte aber neben dem hohen Schockfaktor des Films trösten, daß Sam Raimi und Ash-Darsteller Bruce Campbell mitproduziert und den uruguayanischen Regisseur Fede Alvarez selbst ausgewählt haben. Wem die ultraharte Kost zusagt, dem wird hier sicher Appetit auf eine Fortsetzung gemacht (Sam Raimi hat es in den 80ern mit seinen Teufeln schließlich bis zur Trilogie gebracht), allen anderen dürfte jeglicher Appetit gründlich vergehen.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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