D 2017, 80 min
FSK 12
Verleih: Eigenverleih

Genre: Dokumentation, Polit

Regie: Lars Kollros

Kinostart: 22.03.18

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Festival der Demokratie

Ein wichtiger Rückblick

Der Dokumentarfilm FESTIVAL DER DEMOKRATIE thematisiert die Proteste in Hamburg anläßlich des G20-Gipfels im Juli 2017. 100.000 Menschen waren auf der Straße, um gegen das Treffen zu demonstrieren, 30.000 Polizisten im Einsatz. Im Film wird besonders das harte und gewaltsame Vorgehen der Polizei in diesen Tagen beleuchtet und kritisiert. Beteiligte und Beobachter der Vorkommnisse, wie Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Linken, Thomas Wüppesahl von der Bundesvereinigung kritischer Polizisten und Frank Gerber aus der interventionistischen Linken kommen als Talking Heads zu Wort und legen den Finger in die Wunde. Filmaufnahmen aus den Straßensituationen der Proteste, gefilmt von Lars Kollros und Alexandra Zaitseva, ergänzen die Interviewsequenzen.

FESTIVAL DER DEMOKRATIE schafft es aufzuklären, wie die Tage des Protests im Detail abgelaufen sind, und bleibt dabei filmisch eher wenig interessant. Eine Aufarbeitung der Ereignisse und die politische Mission stehen klar im Vordergrund. Der Film hat sich zur Aufgabe gemacht, ein anderes und detaillierteres Bild der Aktionstage zu zeichnen, als es viele der Berichterstattungen taten, die vor allem die Vorkommnisse am 07.07.17 in den Vordergrund stellten. Er führt uns die vorausgegangenen Prozesse vor Augen, die Vorbereitungen des Polizeieinsatzes wie auch die vielen gefährlichen und brutalen Situationen während der Protestaktionen, und setzt sich mit Fragestellungen nach einem kaum plausiblen Vorgehen der Polizeieinheiten bis hin zu Grundrechtsverletzungen von Seiten der Polizei auseinander.

Dabei sind wir darauf angewiesen, den subjektiven Stimmen zu folgen, die es verdient haben, gehört zu werden, es jedoch nicht schaffen, der Situation einen Spiegel vorzuhalten und beispielsweise die Gewalt aus eigenen Reihen ausdrücklicher abzulehnen. Die Original-Filmaufnahmen dienen als Beweis, hätten aber in ihrer Funktion als Zeugen noch genauer betitelt und auseinandergenommen werden können, um den investigativen Blick zu präzisieren.

Neben dem scharfen Kritisieren der polizeilichen Maßnahmen finden in FESTIVAL DER DEMOKRATIE aber auch die Schilderungen Platz, die von den geglückten Protestaktionen erzählen, welche friedlich verliefen und von Möglichkeiten des Empowerments zeugen.

[ Katharina Wittmann ]

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