Originaltitel: GIRLS TRIP

USA 2017, 122 min
FSK 12
Verleih: Universal

Genre: Klamotte

Darsteller: Regina Hall, Queen Latifah, Jada Pinkett Smith, Tiffany Haddish

Regie: Malcolm D. Lee

Kinostart: 30.11.17

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Girls Trip

Badetag im Flachwasserhumor

Der eigentlich nicht so überraschende Weinstein-Eklat, die anhaltende Quotendiskussion nebst der traurigen Tatsache, daß ein amerikanischer Präsident Sexismus und Rassismus wieder salonfähig macht, lassen einen zunächst ob der Quotenübererfüllung dieses Streifens jubilieren. Ja, die Rezensentin ist Quotenbefürworterin und findet es wichtig, auch darüber zu reden, welche Hautfarben in welchen Rollen die große Leinwand dominieren. Die Kinowelt braucht den Abschied von der weißhäutigen Vorherrschaft.

Nur nimmt sich die weiße Frau, die das hier schreibt, trotzdem heraus zu sagen, daß vier afroamerikanische Frauen in Hauptrollen, inszeniert von Malcolm D. Lee, die zwei Stunden hauptsächlich über Schwänze reden, nicht im geringsten den Weg in die richtige inhaltliche Richtung weisen. Ein Kassenerfolg war GIRLS TRIP in den USA trotzdem. Es strömten also sehr viele Zuschauerinnen in die Kinos, um die vier besten Freundinnen Ryan, Sasha, Lisa und Dina, in der Schulzeit als „Flossy Posse“ berüchtigt, bei ihrem Wiedervereinigungstreffen zu begleiten. Drei Tage heiße Parties auf dem „Essence Festival“ in New Orleans zur Musik namhafter Rap- und R’n’B-Künstler – Sean Combs, ehemals Puff Daddy, und Mariah Carey sowie Estelle stehen auszugsweise auf dem Programm. 

Die Handlung verläßt sich weitgehend darauf, daß Lisa ihre „Spinnweben“ zwischen den Beinen „weggeschwänzelt“ bekommt, Dina sich an diversen Körperteilen reiben darf, Ryan ihren untreuen Ehemann aus geschäftlichen Gründen deckt, und Sasha ihr das ausredet. Man kann dabei so Großartiges lernen wie das „Grapefruiten.“ Und daß man bei besonders langen „Dingern“ zwei Früchte braucht. Auch erlebt man einen Natursektspringbrunnen der besonderen Art, gefolgt von dem unabdingbaren tränenschwangeren „Wir-sind-die-besten-Freundinnen“-Gedöns, welches den peinlichen Höllentrip besiegelt. Nicht lustig!

Und wenn sich jemand an eine Masterarbeit zum Thema „Frauen, Rassismus und Sex im Kino“ setzen möchte, kann er bitte mal an diesem unsäglichen Streifen detailliert herausarbeiten, daß es nicht weniger sexistisch ist, wenn schwarze Frauen über schwarze Hintern witzeln und zotige Witze reißen, die ihre krönende Pointe darin finden, daß „das Brötchen seinen Herrn gefunden hat.“

[ Susanne Kim ] Susanne mag Filme, in denen nicht viel passiert, man aber trotzdem durch Beobachten alles erfahren kann. Zum Beispiel GREY GARDENS von den Maysles-Brüdern: Mutter Edith und Tochter Edie leben in einem zugewucherten Haus auf Long Island, dazu unzählige Katzen und ein jugendlicher Hausfreund. Edies exzentrische Performances werden Susanne als Bild immer im Kopf bleiben ...

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