Originaltitel: I FEEL PRETTY

USA 2018, 110 min
FSK 0
Verleih: Concorde

Genre: Komödie

Darsteller: Amy Schumer, Michelle Williams, Tom Hopper

Regie: Abby Kohn, Marc Silverstein

Kinostart: 10.05.18

Noch keine Bewertung

I Feel Pretty

Sympathische Gruppentherapiesitzung in Reihe 9

Wir hatten zwar lange vorher verstanden, aber gut, geht US-Comedian Amy Schumer halt auf Nummer Sicher und nimmt als Renee die komplette Packung: Erst ein Malheur im Fitneßstudio, dann mißlungene Umsetzung komplizierter YouTube-Schönheits-Tips, schließlich fies-gedankenlose Sprüche einer Kleiderverkäuferin. Ja, Renee trägt keine Modelgröße, außer bei Plus Size als angelegtem Maßstab. Unsere Rubens-Lady, darob arg verstört, fleht gar des nächtens im strömenden Regen den Wunschbrunnen um Schönheit an. Es geschieht ... freilich nichts.

Bald ist Renee indes auf den Kopf gefallen bzw. bekommt dieser in Unfallfolge Haare ausgerupft, dicke Beulen – und offenbar eine positive Gehirnwäsche verpaßt. Die Dame sieht sich nämlich plötzlich mega heiß und ändert, was seit Unzeiten überfällig war: eine Frisur zulegen. Aufhören, sackartige Klamotten zu kaufen. Dezent schminken. Eben die seitens Mutter Natur verschwenderisch verabreichte Fülle an Reizen betonen, das Versteckspiel beenden. Logisch, daß sie jetzt viel attraktiver wirkt; hält das tolle Eigenbild zukünftig vor?

Klar wedelt da der didaktische Zeigefinger ziemlich heftig, und wer trotzdem tatsächlich Verständnisschwierigkeiten fühlt, kriegt final die hollywoodpatentierte Zusammenfassung in Form flammender Ansprache. Notwendigerweise erwähnt, abgehakt und den Blick auf Stärken gerichtet, insbesondere Michelle Williams, deren Darstellung eines unsicheren Modepüppchens anbetungswürdig geriet. Sinken wir ergo auf die Knie vor Helium-Stimme und einem voll Dramatik zur Schau gestellten Gesichtsausdruck sphärischer Sinnentleertheit, den die Älteren unter uns noch bestens von Gwyneth Paltrow kennen. Dagegen droht Schumer fast den Kürzeren zu ziehen – bis sie beim Bikini-Wettberwerb dem Affen richtig Zucker gibt, statt sich zu selbigem zu machen. Ein Starke-Aktricen-Remis sozusagen.

Ansonsten dürften es 15 Minuten weniger sein, zudem sehnt man erwartungsgemäß nun nicht durch knisternde Spannung gefesselt die nächste total überraschende Wendung herbei. Doch für zumindest eine nennenswerte Verblüffung reicht’s, weil Renees natürlich spontan auftauchender Verehrer ganz normal schmuck aussehen darf, Buckelnase und – nein! – kleines Bäuchlein inklusive. Ein weiterer Grund, weshalb nach Teilnahme an Schumers Selbsthilfestunde ein wohlmeinendes Fazit gezogen werden kann: I Feel Pretty Good.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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