Originaltitel: DON’T MESS WITH THE ZOHAN

USA 2008, 112 min
Verleih: Sony

Genre: Komödie

Darsteller: Adam Sandler, John Turturro, Rob Schneider

Regie: Dennis Dugan

Kinostart: 14.08.08

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Leg Dich nicht mit Zohan an

Die verspielte Lizenz zum Blödeln

Adam-Sandler-Komödien sind eigentlich ein Genre für sich. Hin und wieder schreibt jemand Sandler eine seriöse Rolle, aber meist setzt der Star eben auf sein komisches Talent im Kreise der üblichen Verdächtigen, zu denen auch ZOHAN-Regisseur Dennis Dugan gehört. Die erfolgreichen Zutaten der Sandler-Comedy: ein eigenwilliger, kindlich-derber Humor (mancher würde das böse Wort "pubertär" benutzen), ein Cast aus Freunden des "Sandman" (John Turturro und Rob Schneider sind auch wieder am Start) und eine als Tor reinen Herzens angelegte Hauptfigur, die so oder ähnlich schon mal in einem Sandler-Sketch aus den Zeiten bei "Saturday Night Live" vorkam. Wer also Filme wie HAPPY GILMORE oder WATERBOY mochte, der kann getrost in ZOHAN gehen. Aber man sei vorgewarnt: ZOHAN wagt sich selbst für Sandler-Verhältnisse weit über die Schmerzgrenze.

Dabei ist die Storyidee vielversprechend: Zohan ist der Top-Agent beim israelischen Geheimdienst Mossad. Palästinensische Terroristen hassen ihn (allen voran Turturro als "Phantom"), seine Landsleute, vor allem die Frauen, vergöttern ihn. Doch Zohan träumt von einem ganz anderen Leben: Er will Hair-Stylist werden, und zwar in New York City. Dazu inszeniert er seinen eigenen Tod und fängt bald wirklich in einem Friseursalon im Big Apple an. Der gehört allerdings einer jungen Palästinenserin.

Von Anfang an geht es derb zur Sache. Der Humor baut hauptsächlich auf folgende Running Gags: Zohan kann allerlei Dinge mit seinen Arschbacken fangen, Israelis ertränken jeden Snack in Hummus, Zohan hat ein riesiges Geschlechtsteil und begattet Frauen jeden Alters (bevorzugt: alt und dick). Letzteres wird bis zum Erbrechen als "witzig" verkauft, bis einem die älteren Damen in den Nebenrollen nur noch so richtig leid tun. Zugunsten der grobschlächtigen, schnell ausgereizten Witze bleibt die angelegte Politsatire auf der Strecke, die erst billig verbraten und bald nur noch völlig verschenkt wird.

Angesichts der niedrigen Gagausbeute und des wie schlechtes Improvisationstheater wirkenden letzten Teils, kann man kaum glauben, daß Hitfabrikant Judd Apatow an ZOHAN mitgeschrieben hat. Fazit: Selbst für Sandler-Fans eine harte Toleranzprobe.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...