D 2015, 98 min
FSK 6
Verleih: Universum

Genre: Klamotte

Darsteller: Christian Ulmen, Aylin Tezel

Regie: Christof Wahl

Kinostart: 29.10.15

Noch keine Bewertung

Macho Man

Witzle aus der Mottenkiste

Wenn Sie einfach mal einen Film sehen wollen, bei dem man den Regisseur offensichtlich nicht ans Set gelassen hat, dann sei Ihnen dieser empfohlen. Allen anderen hingegen unbedingter Verzicht! Die deutsche Komödie hat ja wirklich einen oft auch unverdient schweren Stand. Klar, zu häufig leidet man sich durch Schweigerschen und/oder Schweighöferschen Flachzangenhumor, doch dann schimmert wieder Gelungenes wie kürzlich ER IST WIEDER DA durch. Wenn dann aber Eierfeilenkino wie eben MACHO MAN antritt, fragt man sich seufzend, womit wir das nun wieder verdient haben.

Und Sorgen um die Rollenauswahl des eigentlich nicht schlechten Christian Ulmen muß man sich auch machen, gerade weil er ja einst mit MARIA, IHM SCHMECKT’S NICHT! einen thematisch verwandten Film gemacht hat, der um Längen besser ist als diese Gurke um die Schwierigkeit einer deutsch-türkischen Bändelei. Ganz grob: Daniel verliebt sich in Aylin, irgendwer flüstert ihm, daß Mann Frau deutlich machen muß, daß er den Längsten hat, die Richtung vorgibt, daß Muskelberge noch immer vor Hirn kommen, und daß die Gute ganz sicherlich immer mal ’nen beherzten Klaps auf den Allerwertesten braucht und schätzt. Aylin, das türkische Zuckerpüppchen, fand an Daniel aber gerade gut, daß er nicht so ein testosterongesteuerter Depp ist, der jedoch läßt sich zum Gegenteil aufpimpen.

Großes Gähnen, wirklich! Eine wie die nun folgende und derart unmotiviert abgespulte Witzle-Revue hat es länger nicht gegeben, was auch definitiv gut so war. Klar, wer sich noch immer über altbacken inszenierte Allergieattacken, peinliche Erektionswitze und allerhand anderen Boah-Ey-Scheiß in den Dreck werfen kann, bingo! Alle anderen kriegen mindestens Schluckauf, wenn zum x-ten Mal Soundfetzen aus dem Assi-Kracher „Macho Man“ eingespielt und Szenen lausig mit einem akustischen „Wusch!“ zusammengepappt werden.

Wenn sich der zahnlose Regisseur Christof Wahl wenigstens an echte Derbheiten getraut und sich nicht um eine unbeholfen angeklebte Romantik bemüht hätte, wenn er sich informiert hätte, wie man wirklich witzig mit Klischees jongliert, dann müßte man sich auch nicht für leinenlose Knattermimen, Augenverdreher und peinliche Cameos wie den von Lukas Podolski fremdschämen oder verstohlen auf die Uhr schauen. Aber wie gesagt: Dazu hätte man Wahl ans Set lassen müssen ...

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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