Originaltitel: MACHUCA

Chile 2004, 120 min
Verleih: Tiberius

Genre: Drama, Kinderfilm, Polit

Darsteller: Matías Quer, Ariel Mateluna, Manuela Martelli, Aline Küppenheim, Federico Luppi

Regie: Andrés Wood

Kinostart: 31.03.05

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Machuca, mein Freund

Eine Kindheit in Moll

Daß Chile kurz vor dem Putsch gegen Salvador Allende steht, weiß Gonzalo, der im Reichenviertel aufwächst, nicht. Und vermutlich wäre es ihm auch egal, da er als in der Schule terrorisierter Einzelgänger andere Probleme hat. Deshalb ist Gonzalo froh darüber, mit Pedro, einem Jungen aus den Slums, endlich einen wahren Freund gefunden zu haben. Gemeinsam verbringt man über Standesgrenzen hinweg unbeschwerte Tage, verliebt sich in das gleiche Mädchen - Silvana -, schmiedet Pläne und lernt die jeweils andere Welt kennen.

Für Gonzalo bedeutet das erstmals echtes Leben anstatt langweiliger Nachmittage im Kreise blasierter Verwandter. Doch plötzlich stellt die politische Lage alles auf den Kopf und die drei Unzertrennlichen vor eine harte Prüfung ihrer Freundschaft: Gonzalos Familie unterstützt das rechte Lager, was nicht nur zu Konflikten mit Kommunistin Silvana führt, sondern im Zuge des Militäreinsatzes auch höchst brutal und endgültig den Abschied von der Kindheit einläutet ...

Regisseur Andrés Wood war offensichtlich nicht in erster Linie daran gelegen, ein historisches Abbild der Ereignisse zu liefern oder gar Statements abzugeben, sondern sagt selbst: "Kinder nehmen die Welt wahr, ohne das was geschieht zu werten oder einordnen zu können." Somit beschränkt er sich im Rahmen eines ruhigen Erzählflusses auf die Sicht seiner jungen Hauptdarsteller und nimmt primär ihre Sorgen ernst. Rebellion gegen die Eltern, Vorurteile auf beiden Seiten oder auch die ganz alltägliche Grausamkeit unter Heranwachsenden sind daher Versatzstücke dieser Kino-Elegie, welche auf zwei völlig verschiedenen Ebenen funktioniert, ohne daß diese jemals konträr zueinander stehen würden.

Vielmehr vereinen sich geschichtlicher Hintergrund, die grundsätzlich sehr universelle Geschichte und das natürliche Spiel der Protagonisten zu einem Gesamtkunstwerk ohne falsche Sentimentalität, welches in seiner Leidenschaft beeindruckt, durch Roheit verstört und mit genau beobachteten Details unter die Haut geht.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme mit Wahrheit. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Und Frank kann GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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