D/F/Kanada 2018, 89 min
FSK 0
Verleih: Kinostar

Genre: Computeranimation, Kinderfilm, Abenteuer

Regie: Andrea Block, Christian Haas

Kinostart: 28.02.19

Noch keine Bewertung

Manou

Vom Winde verweht

Wann immer Animationsfilme mit gefiedertem Getier ins Kino kommen, sackt das überflüssige Titelbeifügungen ersinnende Marketing zur Tiefstform ab: Von ABENTEUER IM ANFLUG über KLEINE VÖGEL – GROSSES GEKLAPPER bis zum pathetischen Versprechen DU FLIEGST NIEMALS ALLEIN reicht da die peinliche Palette. Hier nun erdachte man den Nachklapp FLIEG’ FLINK! – ächz. Aber zumindest kann niemand sagen, daß dies ein leeres Versprechen wäre, ganz im negativen Gegenteil.

Was zunächst allerdings egal ist, da unser Protagonist im Ei steckt, auf das es fiese Ratten abgesehen haben. Etwas Rangelei später schlüpft Manou, durch Möwen adoptiert. Letztere wirken zwar auch schon wie aus einem Block geschnitzt, sind jedoch erkennbar – angesichts des eben auf die Erde gekrochenen Exemplars gestaltet sich die Identifikation schwieriger, irgendwas zwischen Fledermaus und Karnevalsmaske soll als Mauersegler dienen. So viel also zur technischen Seite, Pixars Gefilde liegen Welten entfernt.

Die Handlung flattert voran, flügellahm, ein Drittel der Spielzeit geht dafür drauf, Manou zuzuschauen, wie er beim Schwimmunterricht fast ersäuft, Sachen frißt, die Möwen klasse, Mauersegler indes widerlich finden et cetera. Dann der Rausschmiß aus der Kolonie, weitere Lebenszeit verrinnt unwiederbringlich, während Manou einem traumatisierten Perlhuhn das Fliegen beibringen will oder eine wohl hübsche Mauerseglerdame kennenlernt, ihr Geschlecht feststellbar anhand noch größerer Augen und langer Wimpern, Formen hat das Mädel keine. Schließlich steuern die Möwen starren Blickes geschlossen mitten ins Unglück, allein deswegen, um in Manou seine bislang schlummernde Heldenneigung zu wecken.

Ohne Raffinesse, Originalität oder bloß Humor super brav deutsch erzählt, unterfordert die Mär sogar kleine Zuschauer sträflich. Weil’s kaum Inhalt gibt, permanentes Rumgefliege die Substanzlosigkeit zu kaschieren sucht: hin und her und her und hin, zwecks Nahrungsbeschaffung (aus den Händen bestohlener Menschen), simpler Fortbewegung, reinen Amüsements oder wettbewerblichen Messens der Kräfte. Hoch in die Luft und ab das Federvieh! Es langweilt erst, bevor’s echt nervt.

Kommentieren wir zuletzt die gerade final gellend „Vögel aller Arten, vereinigt Euch!“ schreiende Botschaft: Grundsätzlich mangelt’s dem so zeitlosen wie aktuell nötigen Plädoyer für Toleranz, Zusammenhalt, kulturelles Nebeneinander nicht an Wichtigkeit. Nur führt es sich selbst ad absurdum, wenn Möwen, Mauersegler und Perlhuhn eloquent parlieren, die schurkischen Ratten hingegen lediglich knurren und quieken. Feinde sprechen in fremden Zungen …

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.