D/Griechenland 2025, 125 min
Verleih: Grandfilm
Genre: Drama
Darsteller: Sabrina Amali, Florian Stetter, Susanne Bormann, Zoë Valks
Regie: Nancy Biniadaki
Kinostart: 19.03.26
Heftiger Arbeitsstreß, zwei Kinder (der kleine Sohn entwickelt sich langsam zum Tyrannen), allerhand Alltagsprobleme: Für Maysoon und ihren Partner Tobi ist ein Abendbier auf der Couch mittlerweile das Maximum an Miteinander. Trotzdem läuft der Beziehungsladen irgendwie, auf eingeschlafen-rumpelnde Weise, bis Tobi plötzlich Sex mit seiner Chefin gesteht und anschließend, sehr erwachsen, den Schweigefuchs macht. Maysoon gellt umso lauter ein „Warum hast Du’s mir erzählt?!“ heraus, offensichtlich gab’s zwar eine Seitensprungerlaubnis, jedoch bei Verhüllungspflicht – halbgarer, noch nie funktionsfähiger Unsinn.
Zur Lösungsfindung zieht man direkt die Nebenbuhlerin hinzu, spätestens hier beginnt sich der Film zu verabschieden, schnitzt derart verholzten Dialog in den verbalen Raum, er tönt an jeder Identifikation vorbei. Genauso wie Maysoons Spontanmutation zur rundumschlagsmäßig wütenden, bald den Job verlierenden, darob finanziell tief fallenden, dennoch Freundeshilfe abweisenden Um-sich-Kreiserin, unsympathisch wie Feigling Tobi. Es gilt ergo, Interesse an einem Dramatikerdoppel aus der Pärchenhölle aufzubringen; viel Erfolg dabei.
Daß sich Maysoon außerdem zwecks gesellschaftlichen und politischen Unterbaus von teutonischem Beamtentum geplagt sieht, drohender Abschiebung entgegengeht und dazu ein persönliches Trauma herumschleppt, welches auf vermeintlicher Schuld vor diktatorischem Unrecht basiert, dient keiner Schattierung, sondern überfrachtet die Handlung bloß zusätzlich. Was immer Regisseurin Nancy Biniadaki vermitteln wollte, entgleitet so zur aufgeplusterten Lärmerei.
[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...