D 2017, 110 min
FSK 0
Verleih: Constantin

Genre: Kinderfilm, Abenteuer, Teenie

Darsteller: Hanna Binke, Lea von Ackern, Marvin Linke, Nicolette Krebitz, Thomas Sarbacher

Regie: Katja von Garnier

Kinostart: 27.07.17

1 Bewertung

Ostwind – Aufbruch nach Ora

Wilde Pferde und glückliche Mädchen

Im dritten und wohl letzten Abenteuer, das sich um den ungestümen Hengst Ostwind und seine pferdeflüsternde Besitzerin Mika rankt, geht es auf nach Andalusien. Ein immer wiederkehrender Traum von freilaufenden Wildpferden, vermischt mit dem Gefühl, daß weder Pferd noch Mädchen auf Gut Kaltenbach am richtigen Fleck sind, läßt Mika ihr Päckchen schnüren. Sie wird dabei auf eine verwandte Seele treffen, lernen, daß Lieben vor allem auch Loslassen bedeutet.

Katja von Garnier beweist einen dezidiert guten Geschmack, balanciert sie doch auf einem ziemlich schmalen Pfad, der Kitsch von Pathos im besten Sinne trennt. Pferde, die auf wilden Wiesen grasen und auf deren Rücken sich eine ebenfalls wilde Hippiefrau in weißem Leinenkleid räkelt, klingen erst einmal eher peinlich. Ist es aber Nicolette Krebitz, die als Pferdegöttin Tara in einer Ruine haust, nehmen wir das schon eher hin. Können uns auch jenseits von 17 Jahren ein wenig an den gekonnt ins Bild gesetzten weiten Landschaften berauschen, die Freiheit symbolisieren sollen. Es ist schon gut nachvollziehbar, daß junge Mädchen genau das wollen: ausbrechen, einen Freund haben, der das versteht und mit dem man sich gut in Sinnsprüchen unterhalten kann: „Ich muß nicht da sein, um da zu sein.“ 

Wer also jetzt nicht selbst ein Pferd satteln kann, sollte im Kino dennoch dabei sein, wenn die bodenständige Mika in Spanien auf einer einsamen Ranch Sam kennenlernt, die etwas ruppige Tochter des Besitzers. Langsam entsteht zwischen den Mädchen eine leise Freundschaft, spätestens als sie gemeinsam in das klare Wasser der Quelle von Ora eintauchen. Genau dieses Wasser ist es auch, welches die Wildpferde zum Überleben brauchen. Aber Sams Vater Pedro hat das Land an die Gemeinde verkauft, und nun droht ein großer Wasserkonzern, das Paradies der Pferde zu zerstören. Höchste Zeit, daß sich Pedro mit seiner stürmischen Schwester Tara versöhnt, denn ohne sie kann das Land nicht gerettet werden. Rechtzeitig taucht auch Mikas quirlige Freundin Fanny auf. Sie weiß, was zu tun ist: Das traditionsreiche Pferderennen von Ora muß stattfinden, dann fällt das Land unter den Schutz der Regierung. Es bleiben noch fünf Tage. Und allen Pferdeliebhaberinnen ein emotionaler Abschied von Ostwind vor traumhafter Kulisse.

[ Susanne Kim ] Susanne mag Filme, in denen nicht viel passiert, man aber trotzdem durch Beobachten alles erfahren kann. Zum Beispiel GREY GARDENS von den Maysles-Brüdern: Mutter Edith und Tochter Edie leben in einem zugewucherten Haus auf Long Island, dazu unzählige Katzen und ein jugendlicher Hausfreund. Edies exzentrische Performances werden Susanne als Bild immer im Kopf bleiben ...

Lesezeichen:

Ostwind – Aufbruch nach Ora ab heute im Kino in Leipzig

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.