Originaltitel: RESULTS

USA 2015, 105 min
Verleih: Peripher

Genre: Tragikomödie, Romantik

Darsteller: Guy Pearce, Cobie Smulders, Kevin Corrigan

Regie: Andrew Bujalski

Kinostart: 03.03.16

1 Bewertung

Results

Fit For Life

Bei uns wird nicht selten und zu Recht die fehlende Independence der Filmschaffenden als ursächlich für den Zustand des deutschen Kinos angesehen, daher lohnt ein Blick auf den amerikanischen „Mumblecore.“ Der Name dieser Independentfilmbewegung speist sich aus „der Tonlage und dem Stellenwert“ der Dialoge (so definiert Wikipedia), die Budgets dieser Filme sind Low bis Superlow, die Schauspieler oftmals unbekannt. Andrew Bujalski gilt mit seinem Debüt FUNNY HA HA von 2002 als Begründer des Genres und bedient in Bildsprache und Ästhetik eine hippe, aber sehr sympathische Vintage-Optik. Seine Charaktere, Settings und Dialoge füllen diese mit den passenden nerdigen Inhalten. Das funktionierte auch bei COMPUTER CHESS von 2013 großartig.

Bei seinem Neuling RESULTS verzichtet Bujalski nun eher auf einen speziellen Look, wird, wenn man so will, mainstreamiger, auch wenn er ein nicht weniger spezielles Setting wählt: das Fitneßstudio. Hier arbeiten der selbsternannte Lifestyle-Guru Trevor, Besitzer des Ladens, und ebenfalls Trainerin Kat, eine seiner motivierten Angestellten. Der neureiche, depressive, wirklich unfitte Kiffer Danny macht die Besetzungsliste komplett, als er beginnt, persönliche Trainingseinheiten bei Kat zu buchen. Bujalski zeigt wirklichkeitsnah die Hermetik seiner Charaktere, die weder durch ambitionierte Körperarbeit noch durch Geld oder einen Grünkohl-Smoothie glücklicher werden.

Allerdings gibt die filmische Bühne Fitneßstudio einfach nicht so viel her, auch wenn die andere Hälfte des Filmes in Dannys pompösem, aber unwirtlichem Haus spielt. Irgendwie fehlt das Organische, die metaphorische Verbindung mit dem Emotionalen. Daß die Story – Danny muß sich selbst finden, Trevor und Kat zueinander – nicht gereicht haben könnte für den richtigen „Klick“, ist auch eine Möglichkeit. Obwohl dieses Fließende, sich nicht an einem großen narrativen Bogen Aufgehangene ja sonst bei Bujalski super funktioniert. An den Schauspielern und dem Dialogvortrag liegt es nicht. Das hat eine Natürlichkeit, die man sich im deutschen Film oft wünschte. Das Genuschelte, manchmal nicht bis ans Ende Erzählte tut gut. Das hat Mumblecore unserem Kino voraus.

Ob Bujalski nicht doch lieber mehr Geld hätte, um seine Filme zu machen, weiß man nicht, was das bedeuten würde, wäre interessant. Tatsache ist, daß er Filme so erzählt, wie nur er sie erzählen kann. Und es sind genau die Zeichen unserer Zeit, die er zeigt, und die uns zeigen, daß man ja eventuell doch gerade jetzt mehr „Kleineres“ als Großes braucht.

[ Susanne Kim ] Susanne mag Filme, in denen nicht viel passiert, man aber trotzdem durch Beobachten alles erfahren kann. Zum Beispiel GREY GARDENS von den Maysles-Brüdern: Mutter Edith und Tochter Edie leben in einem zugewucherten Haus auf Long Island, dazu unzählige Katzen und ein jugendlicher Hausfreund. Edies exzentrische Performances werden Susanne als Bild immer im Kopf bleiben ...

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