Originaltitel: ROCK’N’ROLLA

GB/USA 2008, 114 min
FSK 16
Verleih: Warner

Genre: Gangster

Darsteller: Gerard Butler, Tom Wilkinson, Thandie Newton, Tom Hardy, Toby Kebell

Stab:
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Guy Ritchie

Kinostart: 19.03.09

21 Bewertungen

Rock’n’Rolla

Single And Back Again ...

Da SWEPT AWAY, Guy Ritchies einziger Film abseits der Gangsterkomödie, zu Recht mit nichts als Häme bedacht wurde, versucht sich der Ende der 90er mit Filmen wie SNATCH und BUBE, DAME, KÖNIG, GRAS zum Regiestar aufgestiegene Madonna-Ex wieder in dem Genre, das ihn einst groß raus brachte. Mit seinem neuesten Werk kehrt er in die Unterwelt Londons zurück. Dem Milieu entsprechend erzählt er immer noch gerne mit dem Brecheisen. Wenn man Ritchies rabiat-knalligen Stil vertragen kann, dann macht ROCK’N’ROLLA Spaß und reicht an vielen Stellen an den Unterhaltungswert seiner Erstlinge heran. Visuell kennzeichnet eine neue Eleganz Ritchies Crimewelt, was sicher auch etwas mit dem gestiegenen Budget zu tun hat, für welches sich Produzentenikone Joel Silver (LETHAL WEAPON, MATRIX) mitverantwortlich zeigt.

Die Gangster sind diesmal, passend zur Finanzkrise, in der Immobilienbranche zu Hause. Oberboß Lenny Cole regiert diesen lukrativen Geschäftssektor mit harter Faust und ordentlich Schmiergeld. Der russische Milliardär Uri Obomavich – Ähnlickeiten zu realen Personen sind selbstverständlich rein zufällig – will über Lenny an umworbenes Bauland für sein Fußballstadion gelangen, doch das Bestechungsgeld wird immer wieder von der Bande um den smarten Kleingauner One Two gestohlen. Die Tips für die Raubüberfälle erhält One Two von der Femme fatale Stella, der cleveren Buchhalterin Obomavichs. Da das Geld nicht bei ihm ankommt, kriegt Lenny langsam miese Laune. Diese wird auch nicht besser, als sein Stiefsohn Johnny Quid, ein berühmter Rockstar-Junkie, das Lieblingsgemälde von Lennys milliardenschwerem Geschäftspartner aus dessen Villa stiehlt …

Wenn auch nicht ganz so Star-gespickt wie einst, weiß Ritchies Cast weitestgehend zu überzeugen. Tom Wilkinson bringt gewohnt viel Charisma in die Rolle des Lenny, Thandie Newton weiß Kühle und Sex wirkungsvoll zu verbinden und 300-Obertrojaner Gerard Butler macht überraschenderweise auch im Anzug als stylisher Ganove One Two eine gute Figur.

Ein ums andere Mal bedient sich Mr. Ritchie etwas zu offensichtlich bei Mr. Tarantino, doch für die überschaubare Zahl überflüssiger Gimmicks entschädigt ein Moment, der als wohl kürzeste Sexszene der Filmgeschichte bezeichnet werden darf. Fliegenden Fäusten und Kugeln wird erwartungsgemäß mehr Raum gegeben, und hier erweist sich der Brite action-technisch treffsicher wie zu seinen besten Zeiten. Also denen vor Madonna ...

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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