Originaltitel: WHIP IT

USA 2009, 110 min
FSK 12
Verleih: Senator

Genre: Erwachsenwerden, Sport, Drama

Darsteller: Ellen Page, Marcia Gay Harden, Juliette Lewis, Drew Barrymore

Regie: Drew Barrymore

Kinostart: 01.09.11

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Roller Girl

Rasanter Spaß auf Rädern

Rollschuhe sind Kindersache, meint man, beim Rollerderby jedoch werden sie zum Sportgerät. Zwei Teams jagen um eine kreisrunde Bahn und versuchen, sich gegenseitig zu überholen und den Gegner zu Fall zu bringen. Dabei geht es ziemlich rauh zur Sache. Der Underground-Sport erlebt seit etwa zehn Jahren in den USA ein Comeback. Er wird vorwiegend von Frauen betrieben, die in sexy-punkigen Kostümen um die Bahn sausen. Rollerderby ist neben Sport vor allem Show. Dieses Setting hat sich Hollywoodstar Drew Barrymore für ihr Regiedebüt ROLLER GIRL ausgesucht.

Erzählt wird die Geschichte von der Vorstadtpflanze Bliss, die von ihrer Mutter zu Schönheitswettbewerben getriezt wird und durch Zufall die anarchisch-verspielte Welt des Rollerderby entdeckt. Aufgenommen ins Team der Hurl Scouts trainiert Bliss von nun an jede freie Minute und erweist sich – wie könnte es anders sein – als ungemeines Talent auf Rädern. Unter dem Kampfnamen Babe Ruthless bestreitet sie Match um Match: Natürlich wissen ihre Eltern nichts davon, die Beziehung zu ihrer besten Freundin wird auf die Probe gestellt, der entscheidende Schönheitswettbewerb ruft ausgerechnet am Tag des Kampfes um die Meisterschaft, und auch die erste Liebe stellt sich ein.

Nein, große Überraschungen birgt die Handlung nicht, trotzdem geht ROLLER GIRL über die übliche Hollywood-Fließbandware hinaus. Barrymore mixt gekonnt die bekannten Elemente von Coming Of Age-, Teenie- und Sportfilm zusammen und versieht sie mit einer eigenen Note. Vor allem nimmt sie ihre Figuren ernst. So gerät die auf Schönheitswettbewerbe fixierte Mutter nicht zur bloßen Karikatur, sondern wird in ihrer Haltung verständlich. Auch Bliss’ Gegenspielerin, dargestellt von Juliette Lewis, ist mehr als ein böses Abziehbild.

ROLLER GIRL macht einfach Spaß. Rasante Kamerafahrten transportieren die aufgeheizte Stimmung von der Rollerbahn auf die Leinwand, die Kostüme sind mit viel Liebe zum Detail ausgesucht, die Filmmusik ist cool und das Liebespärchen ausgesprochen süß. Frauen dürfen sich ordentlich daneben benehmen, zugleich sexy und aggressiv sein. Drew Barrymore hat sich in ROLLER GIRL sichtbar ausgetobt, und das bekommt Film und Zuschauern gut, die in leicht ausgelassener Stimmung das Kino verlassen.

[ Dörthe Gromes ]

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