Originaltitel: RUGRATS IN PARIS - THE MOVIE

USA 2000, 88 min
Verleih: UIP

Genre: Zeichentrick, Kinderfilm

Regie: Stig Bergqvist, Paul Demeyer

Kinostart: 31.05.01

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Rugrats In Paris

LSD-Trip für die ganze Familie

Als sich in gemächlichen Zeiten die erste Eisenbahn in Bewegung setzte, stülpten die Reisenden ihr genossenes Frühstück aus den Mägen. Die Spezies Mensch war der Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern noch nicht gewachsen. Auch heute finden etliche Kinder längere Bus- und Autofahrten buchstäblich zum Kotzen, wenn ihr Körper, einerseits zu Ruhe gezwungen, andererseits mit den vorbeirauschenden Eindrücken eine unheilige Allianz eingeht.

Dagegen wußte der als "Comicserie für Kinder" umschriebene LSD-Trip RUGRATS einige Übungslektionen: Dank Achterbahngeschwindigkeit und dem Simultanspiel schreiender, streitender, heulender Babies im Ohr konnten Kinder ab 6 Uhr morgens vor dem Fernseher bewußtlos durch den Vormittag sausen. Indes gelangweilte Hausfrauen erstmals den Kick eines Crashtest-Dummys erfuhren, noch ehe sie der verschmorte Geruch ihrer Bügelwäsche in die Realität zurückversetzte.

Die pädagogisch wertvolle Produktionsfirma NICKELODEON erzielte damit zwar Milliardenumsätze, zog dennoch ihren privaten Fernsehkanal aus Deutschland wieder zurück. Das ist keine sehr freundliche Drogenpolitik. Zum Trost und hochdosiert schenken uns die RUGRATS nun im Kino einen etwas längeren Werbespot für "Euro-Disney Paris". Dahin will man ohnehin jeden zweiten Tag. Wie auch in der Comic-Serie weiß die etwa 6jährige Angelica, Inbegriff einer antiautoritären Plage, jedes Kind zu überzeugen, daß man nur mit einer Monodiät aus Süßigkeiten sowie Lügen und Gemeinheiten im Leben weiterkommt. Sie ist vermutlich der Grund, warum Amerikas quotenstärkste Kinder-sendung noch nicht im Vatikan gezeigt wurde. Man befürchtet einfach, daß der Papst zu einem solchen Kind befindet: "Rückentwickeln und abtreiben!"

[ Angela Rändel ]

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