D 2025, 60 min
Verleih: Eigenverleih
Genre: Dokumentation, Biographie
Regie: Miriam Pfeiffer
Kinostart: 24.09.26
Die Publizistin Salomea Genin kam 1932 in Berlin zur Welt. Als Kind polnisch-russischer Juden. 1939 floh die Familie nach Australien. So weit weg von Deutschland, wie es nur ging, ans andere Ende der Welt. Gute Entscheidung. Und doch kehrte Genin in ihr Geburtsland zurück. Erstmals 1951 als Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes Australiens zu den „3. Weltfestspielen der Jugend und Studenten" in Ostberlin. Und endgültig ab 1963 – beseelt vom Glauben an die Möglichkeit einer besseren, sprich kommunistischen Welt. Und vom Glauben an ein besseres Deutschland somit ebenso.
Die Filmemacherin Miriam Pfeiffer kennt Genin seit den 80er-Jahren. Man ist vertraut miteinander, und auf dieser Vertrautheit fußt dann auch SALOMEA, Pfeiffers prägnant einstündiges Dokumentarporträt, das auf intime und exemplarische Weise zugleich auch von den Verwerfungen einer Zeit erzählt, in der humanistische Utopie und totalitäre Ideologie, Menschheitstraum und -trauma als zwei Seiten einer Medaille aufschienen.
Denn natürlich kollidierte auch Genins kommunistischer Glaube bald mit der politischen Wirklichkeit vor Ort, geriet ins Säurebad der Desillusionierung, der auch moralischen Verfehlungen. Von alldem spricht Genin mit einer imponierenden Schonungslosigkeit. Ohne Larmoyanz und Rechtfertigungsrhetorik. Wobei das Leben dieser Frau dann, fast ganz wie nebenher, auch noch etwas anderes offenbart: nämlich die jedem Menschen innewohnende Möglichkeit zum Befreiungsschlag, die Kraft zu Umkehr und Besinnung auf das moralisch Richtige. Welche Rolle dabei im Falle Genins ihr Judentum und die Kunst spielen – auch davon erzählt SALOMEA so ruhig wie eindringlich.
[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.