Originaltitel: SKY

F/USA 2015, 100 min
FSK 12
Verleih: Alamode

Genre: Drama

Darsteller: Diane Kruger, Norman Reedus, Gilles Lellouche, Lena Dunham

Regie: Fabienne Berthaud

Kinostart: 09.06.16

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Sky

Vom Weiterziehen

Wie groß ist die Spoilergefahr beim Verraten der Tatsache, daß Romy ihrem Mann im Affekt zwar eine über den Schädel zieht, er daran aber nicht sterben wird? Hoffentlich nicht unverzeihlich groß! Denn genau dieser für Mann wie Frau am Ende glückliche Umstand öffnet der Handlung die beabsichtigte Weite. Romy hat sie gesucht.

Sie machen kein Kind und auch nicht Schluß. Sie reisen durch die USA. Romy, deutsch, und Richard, französisch, sind Eheleute, denen man beim Erlöschen ihrer Beziehung zusehen kann. Dazu reicht es, der stillen Frau in die Augen zu blicken, wenn der besoffene Mann an der Bar Amerikanerinnen anmacht. Am nächsten Morgen schon ist Romy auf der Flucht, und nicht allein die Tat ist es, die sie treibt. Denn die Hatz endet nicht, nachdem sich der eigentliche Grund dafür in Luft auflöst.

SKY setzt auf den Himmel um Romy herum. Nevada eben! Jede Stunde anders schön! Romy strandet im grellen Las Vegas, macht auf blasses Bunny-Werbe-Girl, lernt Diego kennen, dem nicht zu verfallen schon als Mann extrem schwerfällt. Warum? Norman „The Walking Dead“ Reedus spielt Diego. Da erübrigt sich jedes weitere Wort. Allerdings ist Diego eben auch ein kranker Ex-Soldat, den die Chemie im Irakkrieg übel zugerichtet hat. Zurückgezogen lebt er auf einer Ranch, hält spärlichen Kontakt zu wenigen Vertrauten und vor allem Romy auf Distanz. Die läßt nicht locker! Acht Jahre Ehe haben sie abgehärtet.

Diane Kruger wahrzunehmen, ist hierzulande von Verteidigung bestimmt, nicht Angriff. So, als müsse sie partout erst beweisen, daß sie „es“ kann. Im zweiten Film mit der französischen Regisseurin Fabienne Berthaud – der erste war BARFUSS AUF NACKTSCHNECKEN – hat Kruger Gelegenheit für Facetten. Da der Film auf Beiläufigkeiten getrimmt ist, auf Beobachtungen, nicht auf die Dominanz der Ereignisse, muß Kruger Register ziehen, die sie einfach nicht hat. Das fällt besonders auf, da jüngst VALLEY OF LOVE mit Isabelle Huppert, ebenfalls im Wüsten-Schimmer der Staaten gedreht, das weitaus bessere, gleichsam schwül-wabernde Franzosendrama war.

Zudem sind für die Frauenfigur in SKY einfach zu viele Verzettelungen im Spiel. Ihre indianischen Begegnungen beispielsweise kommen eher putzig denn essentiell daher. Die knappen Begegnungen mit einem überraschenden Cast (Lena Dunham, Laurene Landon) helfen da nur bedingt.

[ Andreas Körner ]

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