Originaltitel: SNATCH

GB 2000, 103 min
Verleih: Columbia

Genre: Gangster, Schräg, Komödie

Darsteller: Benicio del Toro, Dennis Farina, Brad Pitt

Stab:
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Guy Ritchie

Kinostart: 22.03.01

2 Bewertungen

Snatch – Schweine und Diamanten

Absolut entspannte Gangstergroteske

Guy Ritchie, als Mann an Madonnas Seite ständiger Gast in den Schlagzeilen, wurde vor zwei Jahren für seinen Erstling BUBE, DAME, KÖNIG, GRAS bejubelt und legt nun eine witzige Gangstergroteske nach, in der verbrecherische Elemente ungehemmt Räuber und Gendarm spielen dürfen. Obwohl das Figureninventar durchweg der zweiten oder dritten Reihe des kriminellen Untergrunds entstammt, spätestens seit Tarantino oder SCHNAPPT SHORTY Garant für ungezügeltes Amüsement, backt Ritchie keinesfalls kleine Brötchen. Voll auf der Höhe globaler Zusammenhänge sind ihm Ländergrenzen nur Linien auf der Landkarte - für ausgedehnte Flugreisen genügen zwei bis drei kurze Einstellungen.

Der Chaos-Plot beginnt in Antwerpen. Hier klaut Franky Four Fingers einen Diamanten. Vor seiner Rückkehr nach Manhattan geht’s nach London, und ab hier läuft alles schief: Boris, der Russe, will Frankys Stein. Doch die drei Gauner, die er für den kleinen Überfall auf seinen Gangsterkollegen anheuert, stellen sich denkbar dämlich an. Dem Trio geht nicht nur der Diamant durch die Lappen, sondern sie scheuchen auch noch den Wetthai Brick Top auf, der seine Widersacher am liebsten an die grunzenden Prachtstücke seiner Schweinezucht verfüttert. Neben einem quietschenden (!) Hund, erfolglosen Boxpromotern und dem von einem wunderbar versifften Brad Pitt gespielten Zigeuner Mickey geben sich noch allerhand Supergangster, Kleinkriminelle und Auftragskiller die Klinke in die Hand. Hier den Überblick behalten zu wollen, wäre falscher Ehrgeiz.

Daß dieses Katz-Maus-Schwein-Spiel dennoch wunderbar funktioniert, liegt vor allem an der unglaublichen Entspanntheit, mit der Ritchie die Schalthebel betätigt. Ohne auch nur einen Meter Film an zeitraubende Belanglosigkeiten zu verschwenden, schafft er es dennoch, absurdeste Einfälle gekonnt zu plazieren. Aus harten, schnellen Schnitten und lakonischem Humor entsteht so ein visueller Sound, dem man sich schwer entziehen kann - warum sollte man auch!

[ Sylvia Görke ]

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