Originaltitel: STREETDANCE

GB 2010, 97 min
FSK 0
Verleih: Disney

Genre: Musikfilm

Darsteller: Nichola Burley, Richard Winsor, George Sampson, Charlotte Rampling

Regie: Max Giwau & Dania Pasquini

Kinostart: 03.06.10

Noch keine Bewertung

Streetdance

Tanzen und sonst gar nichts

Das Fade, weil so Kalkulierbare, an der sogenannten Subkultur ist mittlerweile, daß auch sie nur nach den Geboten des Marktes, nach den Litaneien des Kapitalismus funktioniert. Zumindest in Filmen wie STREETDANCE, in dem uns junge und natürlich ganz hippe Londoner in natürlich ganz hippen Klamotten noch mal aufzeigen, was das Leben ausmacht: Erfolg. Und die harte Arbeit für diesen. Subkultur, puritanisch und konservativ also. Man muß nicht zur Fraktion der das Copyright für Rebellion für sich beanspruchenden Alt-68er gehören, um von derlei willfähriger Stromlinienförmigkeit genervt zu sein.

In STREETDANCE ist die blonde Carly mit ihrer fotogen multikulturell zusammengestanzten Clique schwer drauf versessen, die UK-Streetdance-Meisterschaften zu gewinnen. Doch so etwas schafft man nicht ohne richtige, ohne harte Arbeit. Training auf der Straße reicht da nicht mehr aus. Ein Probenraum muß ran. Da trifft Carly auf Helena. Die ist die unkonventionelle Lehrerin an der renommierten und sehr konservativen Royal Dance School. Und weil Helena, wie gesagt, so unkonventionell ist, bietet sie Carly kurzerhand an, die Räume der ehrwürdigen Institution zu nutzen. Vorausgesetzt, sie integriert Helenas Ballettschüler in die Choreographie für die Streetdance-Meisterschaften.

So weit, so abgestanden. Aber läßt man nun mal obige aufgeführte Kritikaspekte beiseite, ignoriert man zudem mal das zusammengestückelte Drehbuch, das sich mit idiotischen Dialogen, klischeetriefenden Konfliktchen obligater Herz-Schmerz-Kapitel, künstlerischen Differenzen zwischen Schwanensee und HipHop und dem damit einhergehenden Clash verschiedener Lebenswelten durch eine Geschichte wurstelt, die nicht wirklich eine ist, bleiben letztlich vor allem zwei Sachen zu resümieren: Die Schauspieler sind besser als in vergleichbaren US-Produktionen. Und die gebotenen Choreographien haben ohne Zweifel ihren Schauwert.

Wie beim Gros der 3D-Produktionen muß man auch bei dieser – ganz kapitalistisch – sagen, daß die Investition in den Kartenaufpreis fürs dreidimensionale Filmerlebnis und die Effekte, die es hier bietet, nicht wirklich lohnenswert ist. Aber wer eben ins Kino will, um (ohne selber tanzen zu müssen) mal so richtig mittendrin zu sein, zwischen rhythmisch zuckenden und selbstredend ausgesprochen attraktiven Körpern beim Tanz, kann das Geld hier ruhigen Gewissens mal ausgeben.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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