Originaltitel: TAPAS MIXTAS

Spanien 2002-2006, 99 min
Verleih: W Film

Genre: Kurzfilm

Darsteller: Araceli Campos, José Luis García Pérez, Belén, Lopéz, Ramón Agirre

Regie: R. Robles Rafatal, D.M. de los Santos, Juan Pablos Echeverry u.a.

Kinostart: 24.07.08

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Tapas Mixtas

Spanische Filmhappen mit ordentlich Würze

Sechs preisgekrönte Kurzfilme aus Spanien bietet das Programm von TAPAS MIXTAS. Quer durch verschiedene Genres führen die Werke der begabten Regisseure aus Andalusien, Madrid, Galicien und dem Baskenland, serviert wird abwechslungsreiche Kost für einen sättigenden Kinoabend.

Der erste Augenschmaus ist die schwarze Komödie DOMICILIO HABITUAL, in welcher der Konzernchef Sr. Ramirez, Hedonist vorm Herrn, es mit der Rache jener Menschen zu tun bekommt, denen er tagtäglich das Leben zur Hölle macht. Sein Geschäftspartner, seine Sekretärin, ein gefeuerter Angestellter und die eigene Frau trachten ihm nach dem Leben. Am Schluß stellt sich bei der knallbunten und mit hohem Tempo inszenierten Black Comedy die Frage, wer nun eigentlich für das vorzeitige Ableben Ramirez’ verantwortlich ist.

Weiter geht’s mit LLÉVAME A OTRO SITIO. Ein Ehepaar beginnt im Laufe einer Autofahrt ein Rollenspiel, bei dem schnell die Grenzen zwischen Ernst und Spiel verschwimmen und tiefsitzende Konflikte aufbrechen. Das Kurzdrama mit hervorragenden Darstellern hallt wohl von allen Filmen am längsten nach.

Auch ein Animationsfilm fehlt nicht: MINO-TAUROMAQUIA fesselt durch wunderbare Knet-animation und führt in die surreale Bilderwelt Pablo Picassos. Danach steht im Short-Thriller TERCERO B die Suspense im Vordergrund. Der arglosen Irene stiehlt man am Strand die Tasche. Der dreiste Dieb schleicht sich alsbald in ihre Wohnung, wo die Verteilung der Rollen Opfer und Täter ordentlich durcheinander gewirbelt wird. Der fünfte Film, PROFILAXIS, kommt aus Madrid und bildet wohl das schwächste Glied der Kurzfilmkette. Die Komödie um einen Elektriker, der durch neuentdeckte Masturbationstechniken unverhofft Krebsvorsorge betreibt, schafft es aber immerhin, einige Schmunzler auszulösen.

Das Schlußlicht macht ein eher pathetisches, in seiner düster-romantischen Stimmung aber gelungenes Drama um einen jungen Adligen mit beängstigenden Schlafgewohnheiten. Obwohl damit eher der aufwendigste als der beste Film zum letzten Happen wird, komplettiert EL SONADOR stilvoll die verlesene Auswahl von TAPAS MIXTAS, welche die Vielfalt spanischer Filmkunst in einem ausgewogenen Menü präsentiert. ¡Buen Provecho!

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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