Originaltitel: THE CHOICE

USA 2016, 107 min
FSK 6
Verleih: Wild Bunch

Genre: Drama, Liebe, Literaturverfilmung

Darsteller: Teresa Palmer, Benjamin Walker, Alexandra Daddario

Regie: Ross Katz

Kinostart: 10.03.16

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The Choice

Bis zum letzten Tag und in alle Ewigkeit

Aus den Titeln von Nicholas-Sparks-Büchern lassen sich wunderbar Sätze verfügen, die wie aus Nicholas-Sparks-Büchern klingen. Zum Beispiel: „Das Leuchten der Stille ist das Lächeln der Sterne wie ein Licht in der Nacht.“ Oder: „Mit Dir an meiner Seite bin ich für immer der Deine.“ Oder (einen noch, dann ist Schluß, versprochen): „Nur mit Dir ist der Weg zu Dir der Beginn einer großen Liebe.“ Herrlich, oder? Poesie wie Blümchenmustertapete. Die kann man noch und noch auf das unschuldige Weiß unbefleckter Buchseiten kleistern, am Ende wird immer ein Beststeller daraus und aus dem wiederum gern ein Film. Wie obige Titel beweisen, sind die doch allesamt welche verfilmter Sparks-Geschichten.

THE CHOICE heißt jetzt das diesbezüglich neueste Blümchen, das sich paßgenau ins altbewährte Sparks-Erfolgsmuster aus hemmungslosem Kitsch, der beeindruckenden Angstlosigkeit vorm öden Selbstzitat und mindestens solidem Geschäftssinn einfügt: Tierarzt Travis ist ein Hallodri in Beziehungsdingen, in dessen Fitneßstudiobrust aber nichtsdestotrotz ein Herz schlägt, das sich nach Liebe sehnt. Was ihm zunehmend klar wird, als er Medizinstudentin Gabby kennenlernt. Die wohnt im Häuschen nebenan und hat eine Hündin, die bald (ein Omen ganz nach Sparkscher Couleur) süße kleine Welpen wirft. Tierarzt Travis hilft dabei, das mit der Liebe ist nicht mehr aufzuhalten. Happy End, Blende, Abspann.

Nein, ganz so fix geht’s natürlich nicht. Einen Konflikt gibt es schon noch. Mitten im Liebesglück nämlich (Travis und Gabby haben inzwischen Kinder, die sind, man glaubt es kaum, sogar noch süßer als die Welpen) schlägt das Schicksal zu. Ein Autounfall befördert Gabby ins Koma. Und plötzlich muß Travis sich entscheiden. Auf ein Wunder hoffen oder die lebenserhaltenden Maschinen abschalten lassen. Festhalten oder loslassen – das ist die Frage.

Nicht, daß darüber Tapete von den Wänden gekratzt wird in Leid und Verzweiflung. Das Tolle an Sparks’ Geschichten ist ja ihre flatterhafte Seichtigkeit selbst im Melodramatischen. THE CHOICE ist da keine Ausnahme. Die Story schnurrt auf allen Ebenen zuverlässig überraschungsfrei. Regie, Kamera, Schauspieler arbeiten Hand in Hand beim routinierten Tapezieren. Und man ahnt, daß das mit Mr. Sparks lange so weitergehen kann. Bis zum letzten Tag, mindestens.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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