Originaltitel: THE COMMUTER

USA/F/GB 2017, 105 min
FSK 12
Verleih: StudioCanal

Genre: Action, Thriller

Darsteller: Liam Neeson, Vera Farmiga, Patrick Wilson

Regie: Jaume Collett-Serra

Kinostart: 11.01.18

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The Commuter

Actionballung auf begrenztem Raum

Ja, das muß tatsächlich das Leben sein, von dem Versicherungsmakler Michael MacCauley geträumt hat. Eins der glückseligen Durchschnittlichkeit. Mit Familie und Häuschen, in einem verschlafenen Vorort von Manhattan. Mit den Ritualen der Alltäglichkeit, vom morgendlichen Wecker-Klingeln bis zur feierabendlichen Zeitungslektüre. Mit den Schulproblemen des Sohnes, die geringfügig genug sind, um sie mit etwas Geduld und Fürsorge zu lösen. Mit jenem entspannten Small Talk beim Frühstück, der sich einstellt, wenn nach vielen Jahren Ehe die Liebe noch was von frischem Orangensaft hat.

Kurz: Es ist ein Leben, für das ein Typ wie Liam Neeson viel zu viel Charisma und inzwischen auch das falsche Image hat. Neeson nämlich spielt hier diesen MacCauley, und natürlich hat der in einer Vergangenheit vor der bürgerlichen Beschaulichkeit ganz andere Jobs erledigt. Weshalb ihn die Vergangenheit auch einholt. An einem Tag, an dem für den Mann erst im Büro aus heiterem Himmel dunkelste Wolken aufziehen (MacCauley wird gefeuert), und ihm dann im rappelvollen Pendlerzug eine geheimnisvolle Fremde begegnet, die ihm ein so seltsames wie finanziell lukratives Angebot macht: Es gilt mit Hilfe zweier vager Anhaltspunkte einen bestimmten Passagier ausfindig zu machen. Mehr nicht. Dürfte doch nicht so schwierig sein – für einen Ex-Cop der Spitzensorte.

THE COMMUTER ist die inzwischen vierte Zusammenarbeit Liam Neesons mit dem spanischen Regisseur Jaume Collett-Serra. Der nun scheint ein Faible dafür zu haben, just diesen Schauspieler mit Figuren zu beschenken, die erst intrigant in ausweglose und lebensgefährliche Situationen manövriert werden, nur um sie dann, ab einem möglichst lange und effektiv ausgereizten Spannungspunkt, den Spieß umdrehen zu lassen. Okay, ist erst einmal nicht sonderlich originell. Allerdings erfährt hier das etwas abgegriffene Sujet des in die Enge getriebenen Mannes eine kleine, aber clevere Zuspitzung ob des Umstandes, daß besagte Enge auch eine wortwörtliche ist: ein begrenzter Raum in Bewegung und darin eine entsprechend komprimierte Energieballung aus Rätselraten und Action.

Und was schon im Jumbojet beim Interkontinentalflug gelang (NON STOP), funktioniert jetzt auch im New Yorker Nahverkehr noch einmal recht formidabel. Als Versuchsanordnung mit altem Hasen und einer Story, die in ihrer finalen Auflösung zwar nur mittelmäßig überraschend ist, bis dahin aber wahrlich rasante Haken schlägt.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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