Originaltitel: THE ENDLESS

USA 2017, 116 min
FSK 12
Verleih: Meteor Film

Genre: Mystery, Horror, Drama

Darsteller: Justin Benson, Aaron Moorhead, Emily Montague, Callie Hernandez, Lew Temple

Regie: Justin Benson, Aaron Moorhead

Kinostart: 09.08.18

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The Endless

Ein Alptraum in der Endlosschleife

Im Angesicht des Todes bietet sich manches an; etwas verzeihen vielleicht, bereuen, beichten, panisch schreien … Oder, wie Aaron es bei Justin macht, seinen Bruder angiften: „Du versaust echt alles!“ Okay, wird wohl stimmen, aber warum droht beiden eigentlich der nahe Exitus? Lange Geschichte. Die mit der Geschwister Flucht aus den Fängen eines religiösen Clans begann. Seither rumpelt das Leben eher deprimierend daher, Aaron weint nachts, vermißt die familiäre Verbundenheit innerhalb der Sekte, Justin sieht sich überfordert. In Konsequenz eines Jahre später gelieferten Videos folgt die Rückkehr zum „Camp Arcadia“ – wo offenbare Wiedersehensfreude nicht übertüncht, daß hier großes Übel verborgen liegt.

Selbiges wird künftig lediglich umschrieben: „Es“, „Teil davon“ und selbstverständlich das immer gern genommene „da draußen“ dienen vorsichtiger Benennung, mystische atmosphärische Dichte ersetzt schreckensmindernd-plumpe Visualisierung, ergänzende Nahrung saugt die wabernde Ungewißheit aus dem Zauber traumhaft-surrealer Bilder. Indes spiegelt die polierte Oberfläche beileibe nicht bloß blendenden Schein, darunter brodelt’s und faucht’s gefährlich, es grollt die Ahnung baldiger Entladung, ausgeklügelte Soundeffekte und Klänge geraten zu Warnrufen, während das Gefühl diffusen Unheils zunehmend stabilere, dazu klebrigere Konsistenz gewinnt. Und sich schwer drückend an die Brust schmiegt, zusammen sind eben auch Ängste weniger allein. 

Und dann baumelt, ungeachtet allumfassender Verrücktheit doch relativ unerwartet, ein quicklebendiger Typ längst dahingeschieden am Balken, beschienen von zwei bis drei Monden. Endgültige Einladung, auf ebenso wie vor der Leinwand den Verstand eine von vielen weiteren Runden durch den Mixer drehen zu lassen, bis rechts hellgrün und Jennifer vorgestern ist. Das Knacken cineastischer Rätselnüsse steht jetzt an, wir benötigen Freiwillige! Einen Hinweis bezüglich möglicher Lösungsansätze gibt ein Vermißter: „Wir wissen nie, auf welche Art und Weise wir uns von den Menschen, die wir lieben, entfernen.“

Da darf man in Fazit-Laune einfach keineswegs untertreiben oder vorsichtig umschreiben, sondern muß deutlich konstatieren: Diese monströs grandiose, die Imagination bis zum letzten Tropfen melkende Schönheit, das herrlich wahnsinnige Spiel mit, um und wider die Zeit hat tatsächlich das Zeug zum Kult.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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