Originaltitel: THE TRUE COST

USA 2015, 92 min
FSK 6
Verleih: GrandFilm

Genre: Dokumentation

Regie: Andrew Morgan

Kinostart: 04.02.16

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The True Cost

Eine allseits bekannte Wahrheit

Filmemacher Andrew Morgan reiste um die Welt und besuchte im Rahmen seiner Dreharbeiten Modegrößen wie Stella McCartney und Safia Minney, die sich für Nachhaltigkeit und Menschen- und Arbeiterrechte in der Kleidungsproduktion einsetzen. Er suchte sogenannte „Sweatshops“ in Ländern wie Bangladesch und Indien auf, um die Arbeitsumstände dort auf Film einzufangen, und interviewte Baumwollfarmer, die im Herstellungsprozeß der Mode ganz am Anfang stehen. Dies alles nahmen er und sein Filmteam auf sich, um dem noch relativ neuen Trend der „Fast Fashion“ auf den Grund zu gehen, welcher der Mode und den Konsumenten nicht mehr saisonal die neueste In-Mode beschert, sondern monatlich, wöchentlich, ja fast täglich; und damit im Umkehrschluß die Produktionskosten auf Herstellerseite immer weiter drückt.

THE TRUE COST unternimmt den Versuch, die Modeindustrie und den Schaden, den sie an Mensch und Natur anrichtet (nach der Ölindustrie ist sie der weltweit umweltschädlichste Wirtschaftszweig), in ihrer Ganzheitlichkeit abzubilden. Daß dies ein ehrenvolles Unterfangen ist, steht dabei selbstverständlich vollkommen außer Frage. Doch trotzdem muß man sich als Zuschauer zwangsläufig dabei ertappen, daß einem die Problematik der immer günstiger werdenden Einmal-tragen-dann-wegwerfen-Modeindustrie doch schon bewußt ist. Ist es noch nötig, daß ein Film dem Zuschauer Bilder von leidenden Sweatshop-Näherinnern zeigt und gleich zu Beginn des Filmes lehrerhaft aus dem Off erklärt, wie schlimm das alles sei?

Jein. Einerseits ist sich das potentielle Publikum für diesen Film der gezeigten Tatsachen eh schon bewußt und handelt im eigenen Kaufverhalten (hoffentlich) danach, doch trotzdem kann man so etwas wiederum auch nicht oft genug sagen, und deswegen sind Filme wie THE TRUE COST wichtig. Einzig die Ästhetik und Form des Films, der zuweilen eher an eine TV-Reportage erinnert, mitsamt musikalischer Untermalung, die dem Publikum mit Fernsehsubtilität auditiv aufzeigt, ob er/sie sich gerade schlecht oder ermuntert zu fühlen hat, lassen den Ein- und Nachdruck der Dokumentation unbeholfen wirken.

[ Philipp Winkler ] Philipp mag Filme, die sich in Randgebieten jeglicher Fasson abspielen. Filme, die mitten hinein treffen (und sei es in die Fresse). Filme, die frisch sind, selbst wenn sie siebzig Jahre alt sind. Philipp mag Literaturverfilmungen, denn er schreibt selbst. Doch grundsätzlich mag er auch Comicadaptionen, denn Philipp mag Comics. Er greift eher zu einem guten Dokumentar- als zu einem guten Spielfilm. Diese Leute mag Philipp besonders: James Marsh, Michael Haneke, Harmony Korine, Sabu, Errol Morris, Shohei Imamura, Jeff Nichols, Andrei Tarkowski, John Hillcoat, Hayao Miyazaki, György Palfi, Francis Ford Coppola und Hirokazu Koreeda.

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