D 2009, 85 min
Verleih: Salzgeber
Genre: Dokumentation
Regie: Bernhard Sallmann
Kinostart: 05.08.10
Die Lausitz ist eine karge Landschaft, geschunden vom jahrzehntelangen Braunkohleabbau und dem Exodus ihrer Bewohner, der auf das Ende des Tagebaus folgte. Eine Landschaft voller Wunden, aber auch voll derber Schönheit, zumindest für diejenigen, die mit offenem Blick auf sie schauen. Der Österreicher Bernd Sallmann hat an der Lausitz einen Narren gefressen, seit er sie als Potsdamer Filmstudent immer wieder mit dem Fahrrad durchstreift hat. Seine Lausitz-Trilogie, die er mit TRÄUME DER LAUSITZ abschließt, erinnert nicht von ungefähr an Volker Koepps leidenschaftliche „Heimatfilme.“
Wie Koepp legt auch Sallmann großen Wert auf die sorgfältige Gestaltung seiner visuellen Tableaus. Die Aufnahmen der Natur, die noch sehr deutlich die Spuren ihrer Ausbeutung trägt und mit ihren künstlichen Seen und ihren malerischen Landschaftsparks schon fast wieder etwas Paradiesisches hat, bestechen durch ihre klare Komposition und ihre oftmals fast ätherische Schönheit. Daneben setzt Sallmann ganz auf seine Gesprächspartner. Auf diese Weise entsteht ein Dokumentarfilm, dem es weder um Spannung, noch um vordergründige Aktion geht. Ein Film, welcher der Landschaft, die er beschreibt, ähnelt.
TRÄUME DER LAUSITZ ist ein karger, dabei schöner, ein ruhiger, dabei sehr konzentrierter Film, der demjenigen, der sich auf sein Tempo einläßt, Einblicke gewährt, die sehr viel über diese Landschaft und ihre Bewohner, aber auch über die menschliche Fähigkeit zum Träumen verraten. Der Filmemacher Sallmann hat diesem ausgebeuteten Gebiet, das lange als Un-Ort galt, das Geschenk eines unvoreingenommenen Blickes gemacht. Er hat sich dazu von Menschen inspirieren lassen, die in diesem entvölkerten Gebiet gegen den Strom schwimmen und bleiben. Menschen, die verrückt und visionär genug sind, in den wüstenähnlichen Landschaften einen Hafen zu sehen und dafür allerlei schwimmende Häuser zu bauen.
Wo viel Platz ist, ist auch viel möglich. Das gilt für die Lausitz genauso wie für diesen Film, der sich und seinen Zuschauern Raum läßt für eigene Assoziationen und Träume.
[ Luc-Carolin Ziemann ]
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