Originaltitel: AMOUREUX DE MA FEMME

F 2018, 85 min
FSK 0
Verleih: Weltkino

Genre: Komödie

Darsteller: Gérard Depardieu, Daniel Auteuil, Sandrine Kiberlain, Adriana Ugarte

Regie: Daniel Auteuil

Kinostart: 11.10.18

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Verliebt in meine Frau

Vom Begehren alternder Männer

Es gibt Filme wie diesen hier, die könnte man ganz beschwingt in der Luft zerreißen, ihnen Altherrenphantasie, Notgeilheit und das Ewiggestrige sowieso vorwerfen. Dazu bietet Daniel Auteuils Regiearbeit eine ganz formidable Angriffsfläche. Man könnte sich aber auch einfach entspannen, Freude daran haben, wie sich zwei alt gewordene Säcke so richtig zu Vollpfosten machen, weil sie die Schönheit auf zwei Beinen vor sich haben. Woraufhin ihnen das Gehirn in den Feinripp sackt, sie letzte Chancen schnuppern, ihr Stehvermögen überschätzen und den Blick in den Spiegel ohnehin ganz vergessen.

Und man könnte durchaus versuchen, diese Möchtegernhaudegen zu verstehen, denn ihre Schwärmerei gilt einer wirklich schönen Frau: Emma. Gespielt von Adriana Ugarte, die schon in Almodóvars JULIETA in ihrer Anmut an die großen Leinwanddiven aus der Blütezeit des Kinos, namentlich Loren, Cardinale und Lollo-brigida, erinnerte. Emma ist die neue Freundin des wesentlich älteren Patrick, und wenn man weiß, daß dieser Patrick von Gérard Depardieu gegeben wird, dann kriegt man eine ganz neue Sicht auf ungleiche Paare. Daniel ist mit Patrick eng befreundet, ein Abendessen steht an, Daniels Frau Isabelle ist alles andere als angetan, hat der beleibte Patrick doch einst ihre beste Freundin abgeschossen, im partnerschaftlichen Sinne. Es kommt, wie es nur kommen kann, wenn ein Szenario – sagen wir mal – recht schlicht gehalten ist und die schöne Emma eben aufschlägt. Patrick läßt sich nicht ohne Stolz die dicke Hand streicheln, Daniel verliert die Sprache, dann fast den Verstand, schließlich jede Realität.

VERLIEBT IN MEINE FRAU ist mal deftig gehaltenes, mal luftig hingeschnipstes Boulevardtheater, ein Film über wiedererwachende Lust, übers Ziel hinausschießende Egos und ziemlich späte Midlifekrisen, oder, wie Auteuil seinen Daniel es selbst sagen läßt: „Ich habe zu lange im Bett der Konventionen geschlafen!“ Ein wunderbar blöder Satz, der trotzdem tief genug greift, weil es vielleicht noch jeden irgendwann mal schnappt, dieses doofe Schicksalsfeixen ob vielleicht doch manch’ verpaßter Chance ...

Auteuil gelingt ein in Ansätzen an Woody Allen gemahnendes Dialoggerassel, manchmal reicht es aber auch zu nicht mehr als Seifenoper, immer aber ist es eine Lust, den spielfreudigen Akteuren zuzuschauen, wobei die oft als introvertiert besetzte Sandrine Kiberlain sich endlich mal herrliche Ausraster leisten kann.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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