D 2018, 95 min
FSK 0
Verleih: Neue Visionen

Genre: Dokumentation

Regie: Nils-Christian Bolbrinker, Thomas Tielsch

Kinostart: 26.04.18

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Vom Bauen der Zukunft: 100 Jahre Bauhaus

Innovation und Konvention

Im letzten Jahrhundert schossen sie wie Pilze aus dem Boden. Die künstlerischen Utopien, die Schulen des richtigen Weges, die ästhetischen Ismen-Schmieden der Welt- und Menschheits-umarmungen. Oftmals gern in revolutionärer Emphase vollführt und von einer schier unendlichen Anzahl von Manifesten begleitet. Und mit knackigen Namen bedacht: Pointilismus, Expressionismus, Dadaismus, Kubismus, Surrealismus, Verismus, Futurismus, Neoplastizismus, Suprematismus, Kompressionismus ...

Apropos Kompressionismus: Dem zum Beispiel wird ja gern der Maler und Bühnenbildner Oskar Schlemmer zugeordnet. Womit man beim Thema wäre. Beim Bauhaus nämlich, einer, wie ja jeder weiß, der bedeutendsten inhaltlich-ästhetischen Konzeptionen aus jener an Konzeptionen reichen Zeit. Eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk, von Architektur und Design, mit dem „Menschen als Maß und Mitte“ (Schlemmer). Ein damals wirklich neuer, revolutionärer Versuch, die Wechselwirkung und Durchdringung von Kunst und Alltagsleben zu forcieren. 1919 wurde Bauhaus von Walter Gropius gegründet und von Schlemmer mit einem Logo versehen. Also unter anderem.

Was noch alles auf die Kappe von Gropius, Schlemmer, van der Velde, Feininger, Klee, Kandinsky, van der Rohe (auch diese Aufzählung kann man fortsetzen) geht, zeigt jetzt aus gegebenem Anlaß VOM BAUEN DER ZUKUNFT: 100 JAHRE BAUHAUS. Teil eines sogenannten „crossmedialen Projektes“, wirft der Film einen ausführlichen Blick in die Historie, ohne dabei die Gegenwart zu vergessen. Was wirkt heute noch nach von den einstigen Utopien und Konzeptionen?

Vorgestellt werden unter anderem ein Think Tank, der sich in südamerikanischen Metropolen an Alternativen urbanen Bauens versucht, eine Schule in Skandinavien, die ganz ohne Klassenräume auskommt, die Konzeptionen von jungen Innenarchitekten und Designern, die sich daran machen, Wohnraum minimalster Quadratmeterzahl in einen optimalen Lebensraum umzugestalten. Alles nicht uninteressant – filmisch aber leider wieder einmal mehr in jener öffentlich-rechtlichen Konventionalität aufbereitet, ob derer dann auch VOM BAUEN DER ZUKUNFT eher nach antiquarischer TV-Kost anmutet.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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