Originaltitel: Y TU MAMÁ TAMBIÉN

Mexiko 2001, 105 min
Verleih: Fox

Genre: Erwachsenwerden, Schwul-Lesbisch, Tragikomödie

Darsteller: Diego Luna, Gael Garcia Bernal, Maribel Verdú

Regie: Alfonso Cuarón

Kinostart: 02.05.02

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Y tu mamá también

Süßer Vogel Jugend

Sie sind zornig, ausgelassen, hübsch, gaga, wild nach (erotischen) Erlebnissen, die dann eigentlich die ersten wären, und tragen weiße Unterhosen in einem Alter, wo das nicht nur wieder geht, sondern ausgesprochen süß daher kommt.

Julio und Tenech, 17 und fast ungeküßt. Gerademal dreieinhalb Bartstoppeln am Kinn, dafür zwölftausenddreihundertsechsundzwanzig Ideen im Kopf, dem Normalen zu entfliehen. Bei einem Fest treffen sie auf die rassige Luisa, leidenschaftlich, Spanierin, so viel Frau wie nur geht. Den Knaben wird warm im Hirn und heiß im Höschen. Sie laden die verheiratete Schönheit ein, mit zu einem Traumstrand zu kommen, der einen Namen trägt, wie er dem schönsten aller schönen Strände gebührt: Boca del Cielo - Himmelsmund. Luisa sagt nein und kommt dann trotzdem mit. Die Reise geht nicht direkt zur Küste, sondern mündet im turbulenten Abgesang auf die Unschuld. Danach wird alles schwieriger und vor allem anders sein. Julio und Tenech haben geküßt. Und nicht nur Luisa ...

Herrlich! Federleicht, witzig und endlos melancholisch erzählt Alfonso Cuarón von der Schönheit der Jugend, von den Strapazen des Erwachens, von der Schwierigkeit, sich treu zu bleiben und Träume zu bewahren. Für Julio und Tenech gibt es kein Morgen, Cuarón sei Dank. Ein Loblied auf die Unbeschwertheit, den Übermut und die Gier nach Leben und dessen Unwägbarkeiten. Ist doch völlig egal, ob dieses trío erótico jemals diesen himmlischen Strand erreicht. Wenn nur die Reise niemals enden würde ... Muß sie aber, und dennoch erinnert dieser Trip auf sehr charmante und sympathische Weise daran: manchmal ist eben nach der Jugend vor der Jugend. Adiós, tristeza!

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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