Originaltitel: KIMI NO NA WA

J 2016, 112 min
FSK 6
Verleih: Universum

Genre: Science Fiction, Liebe, Anime

Regie: Makoto Shinkai

Kinostart: 11.01.18

1 Bewertung

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Das Schicksal knüpft sein zartes Band

Die geheimnisvolle Reise eines Kometen, den Untergang einer Stadt und das Suchen und Finden seines Seelenverwandten – all das verknüpft Makoto Shinkai in seinem aufwendig gestalteten Anime-Abenteuer ebenso kunstvoll, wie es die japanische Kunst des Bänderflechtens Kumihimo verlangt. 

Mitsuha erlernt das traditionelle Handwerk von ihrer Großmutter, bei der sie mit ihrer kleinen Schwester lebt. Die Familie ist für den örtlichen Shintoschrein im kleinen Bergdorf Itomori zuständig. Das Landleben langweilt Mitsuha zunehmens, macht sie gar wütend. Vor allem, weil sie als Tochter des Bürgermeisters immer unter Beobachtung steht. Aber immer wieder tauchen seltsame Träume auf. Es scheint, als vermisse sie einen Teil von sich, zu dem eine mysteriöse Verbindung besteht. Eines Tages erfüllt sich plötzlich ihr Wunsch, in der Großstadt aufzuwachen. Sie befindet sich im Körper des gleichaltrigen Jungens Taki, der in Tokio lebt. Zunächst führt der Körpertausch, der fortan immer öfter passiert, im Leben beider zu einiger Verwirrung, aber bald bringen sich die Teenager per Smartphone immer auf den neuesten Stand, fangen sogar an, bewußt den Alltag des Anderen zu manipulieren. So will Mitsuha Taki endlich eine Freundin verschaffen.

Shinkai, der den Film nach seiner eigenen Mangavorlage entwickelte, jongliert spielerisch mit den jeweiligen Identitäten und Rollenbildern. Am Ende seufzt Mitsuha, sie würde gerne selbst zu Takis erstem Date gehen. Dann macht der japanische Regisseur einen kometenhaften dramaturgischen Sprung und landet auf der nächsten Umlaufbahn, die uns – zunächst weg von Romanzen – in die Vergangenheit und dann wieder in die Gegenwart schnipst, wobei Taki Mitsuha retten muß und beide zusammen eine ganze Stadt.

Dabei erzählt Shinkai ebenfalls noch die tragische Familiengeschichte Mitsuhas, läßt leise Kritik an Korruption und familiären Herrschaftsverhältnissen anklingen, um trotzdem erzählerisch gekonnt den Geist der japanischen Tradition hochzuhalten. Und auch das Trauma von Fukushima findet metaphorischen Eingang in seine filmische Reise in andere Dimensionen, die weltweit bereits unzählige Fans gefunden hat und zum erfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten avancierte.

Und es ist nicht zu viel verraten, daß die Vorbestimmung am Ende natürlich alle Bänder und liebenden Herzen zusammenführt.

[ Susanne Kim ] Susanne mag Filme, in denen nicht viel passiert, man aber trotzdem durch Beobachten alles erfahren kann. Zum Beispiel GREY GARDENS von den Maysles-Brüdern: Mutter Edith und Tochter Edie leben in einem zugewucherten Haus auf Long Island, dazu unzählige Katzen und ein jugendlicher Hausfreund. Edies exzentrische Performances werden Susanne als Bild immer im Kopf bleiben ...

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