Label: Milan

Alien: Covenant

Jed Kurzel

Daß nach Jahrzehnten musikalischer Migration Jerry Goldsmiths Titelthema wieder durch dunkle Raumschiffgänge hallt, ist in Anbetracht von Ridley Scotts Rückkehr zu den ALIEN-Ursprüngen durchaus schlüssig. Das einsame Trompetenthema nebst Tonartrückung, gefolgt von der aufsteigenden, harmonischen Streicherbefreiung, die bei ALIEN (1979) noch am Anfang stand, vertönlicht auch heute noch unheimlich genau Kälte und Unwirtlichkeit des endlosen Weltraums. Das weiß auch der siebte Komponist im Alien-Universum zu schätzen und sekundiert nur mit Elektropuls und von Quart- zum Sekundsprung reduzierter Echoflöte.

Was jedoch am Anfang der CD noch als respektvolle Verbeugung vor dem Altmeister funktioniert, zeigt sich im weiteren Verlauf als konzeptioneller Makel des Soundtracks: Für sich genommen durchaus interessant, finden Jed Kurzels elektronisch-pochende Ambientklänge und Soundscapes nicht recht zusammen mit Jerry Goldsmiths klassisch geerdetem Stil. Der letzte Titel auf der CD formuliert das Problem quasi verbatim: Kurzels „Alien: Covenant Theme“ klingt entmantelt von Goldsmiths Originalkomposition bestenfalls nach Motiv, aber nicht nach Thema. Für ein selbständiges und charakteristisches Titelthema fehlem ihm schlichtweg Erkennbarkeit und tonsätzerische Dichte.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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