Label: Varèse Sarabande

Amelia

Gabriel Yared

Gabriel Yared, der sich seine Meriten in Hollywood mit DER ENGLISCHE PATIENT verdiente, ist wie Alexandre Desplat ein Maestro zweier Welten geblieben. Nachdem er zuletzt dem französischen COCO CHANEL & IGOR STRAVINSKY seine musikalische Stimme verlieh, wechselte er über den Atlantik, um sich gänzlich in den Dienst der US-amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart zu stellen. Leider fällt ihr musikalisches Geleit ein wenig zögerlich aus. Zu oft verliert sich der Komponist in der schöngefärbten Täfelung des erzählerischen Raums, zu schwach ist Yareds Hauptthema, das es zwar vermag, eine Leidenschaft der Lüfte einzufangen, aber nicht der ständigen Wiederholung und Variation standzuhalten.

Sinnreich ist dagegen das synkopierte 4-Ton-Hornmotiv, das gleichermaßen als stiller Weckruf und beklemmendes Warnsignal fungiert. Dennoch ist Gabriel Yared ein begnadeter musikalischer Erzähler. Und auch wenn er mit AMELIA nicht die gewaltig geballte Sehnsucht seines OSCAR-Gewinners heraufbeschwört, so gelingt ihm doch ein hörenswerter Score.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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