Label: Epic

Blade Runner 2049

Hans Zimmer, Benjamin Wallfisch

Drei Filme des Frankokanadiers Denis Villeneuve hüllte der Komponist Jóhann Jóhannsson in atmosphärisch-geistreiche Klanggewänder: PRISONERS, SICARIO und ARRIVAL. Drei Soundtracks, die zu den aufregendsten der jüngeren Vergangenheit gehören. Nicht nur der Rezensent war gespannt, wie das außergewöhnlich talentierte Team die kolossalen Fußspuren ausfüllen würde, die mit der nächsten Zusammenarbeit einhergehen würden. Ridley Scotts und Vangelis’ BLADE RUNNER (1982) gilt vielen Kritikern und Fans noch immer als Gott Zeus des Science-Fiction-Genres und eine Fortsetzung als stark vermintes Gelände. Überraschung und Enttäuschung machten sich breit, als Jóhannsson aus ungeklärten Gründen das Sequel verlassen mußte, und Allzweckwaffe Hans Zimmer in Begleitung seines Zöglings Benjamin Wallfisch die Kompositionsverpflichtung übernahm. Ungeachtet der Umstände ist Zimmer und Wallfisch gleichwohl ein wirkmächtiger Klangraum gelungen, der als Funktionsmusik maßgeblich dem Film dient.

BLADE RUNNER 2049 aktualisiert die richtige Portion Retrodestillat (Vangelis’ berühmte CS-80-Synthy-Schleifer inklusive) mit einer ordentlichen Brise Zimmer-Sound; selbst das Fortschreiben von Vangelis’ ikonographischem Titelthema gelingt Zimmer & Wallfisch. Und doch fehlen dem Score auf Dauer die Transparenz und Klarheit des Originals – und bei aller angebrachter Künstlichkeit, nun ja, das Herz. Nur einmal beginnt es in BLADE RUNNER 2049 zu schlagen, in der Reprise von Vangelis’ „Tears In The Rain“ …

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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