Label: Milan Records

Blue Moon

Graham Reynolds

Richard Linklater bestellt seit A SCANNER DARKLY regelmäßig bei Jazzmusiker Graham Reynolds seine Filmscores. Meist greift Reynolds auf einen Pool an Instrumenten zurück, oft auch elektronisch untersetzt. In BLUE MOON geht er einen anderen Weg. Ausschließlich Soloklavier begleitet den Librettisten Lorenz Hart in die Traurigkeit einer Nacht. Mit sanften Vorhalten, Arpeggios und gehaltenen Akkorden erzählt Reynolds’ Musik unaufdringlich. Dabei stört sie niemanden, riskiert nichts und paßt mit ihrem vereinsamenden Barpiano-Gestus hervorragend zum Setting des Films. Doch obgleich die instrumentale Verengung storywise punktgenau landet, haftet dem Score auf Dauer etwas Beliebiges an, wird aus ruhig langatmig, aus risikoarm gar langweilig.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.