Der unsichtbare Dritte

Bernard Herrmann

Herrmann gehörte zu den Komponisten, die Hollywood mit einem unverwechselbaren Stil geprägt haben. Sein rhythmusbetontes Titelthema zu DER UNSICHTBARE DRITTE ist bestes Beispiel. Nun gibt’s den Score in einer Neueinspielung, deren Durchhörbarkeit und Klarheit im Klang ihr größtes Plus darstellt. Von den Aufnahmebeschränkungen der 50er Jahre ist die digitale Technik mit präziser Mikrofonierung weit entfernt. Dynamische Passagen, die einst in Kollektivmulm oder Tuttispitzen verloren gingen, machen nun kompositorische Details hörbar.

Der Neueinspielgeprüfte Joel McNeely und das Slovak National Symphony Orchestra machen ihre Sache gut. McNeely betont einerseits den Kontrastreichtum der Partitur, das Changieren zwischen süffiger Americana und barscher Rhythmik, andererseits hält er die Zügel straff und das Tempo flott und verliert sich damit nicht in der Patina der Komposition. Musikhistorisch reizvoll und wirkliche Legitimation dieser Neueinspielung ist die Erweiterung mehrerer Titel zu originaler Länge. So kommen am Schnitt angepasste Passagen erstmalig in ihrer intendierten Dramaturgie zu Gehör. Alles in allem eine empfehlenswerte Veröffentlichung, die auf 3000 Stück limitiert ist.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

Label: Varèse Sarabande

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