Label: BackLot Records

Die Entdeckung der Unendlichkeit

Jóhann Jóhannsson

Ja, es gibt sie auch auf Island: Filmmusikkomponisten. Einer der ersten und lange Zeit der einzige, der auch international auf sich aufmerksam machen konnte, war Hilmar Örn Hilmarsson. Mittlerweile wird dem Komponisten von CHILDREN OF NATURE oder IN THE CUT allerdings der Rang von Jóhann Jóhannsson abgelaufen. Der Name des jüngeren Kollegen taucht immer öfter auf Stablisten dänischer, britischer und amerikanischer Filmproduktionen auf. Nun vertonte Jóhannsson DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT mit einen recht süffigen, aber soliden Orchesterscore.

Die kompositorische Basis verankert Jó-hannsson in ostinaten Figuren, die stark an den 2012 verstorbenen Richard Robbins und dessen Beiträge zur filmischen Merchant-Ivory-Welt erinnern. Nur fehlen dem eher gefälligen Repetieren in DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT die Schärfe und Prägnanz von Robbins’ Scores. Jóhannsson hat sich leider weit von seiner atmosphärisch dichten Streicher-Lyrik für PRISONERS (2013) entfernt und ist der Allerweltstönigkeit Hollywoods gefährlich nahegekommen. Das konnte Hilmarsson, dessen eigenwillig elegische Tonmalerei über die Jahre nichts an ihrer Originalität verloren haben, stets vermeiden.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.