Drachenläufer

Alberto Iglesias

Bald drei Jahrzehnte prägte sein musikalischer Stil - zwischen postromantischer Sinnlichkeit und iberischer Folklore-Progressivität - die spanische Filmkultur. Mit Almodóvars Filmen ALLES ÜBER MEINE MUTTER oder SPRICH MIT IHR wuchs Iglesias’ Bekanntheitsgrad; für VOLVER wurde ihm schließlich der Europäische Filmpreis verliehen. In letzter Zeit muß Almodóvar seinen Haus- und Hofkomponisten allerdings öfter an internationale Filmproduktionen verleihen. Zuerst DER EWIGE GÄRTNER von Fernando Meirelles, nun Marc Forsters DRACHENLÄUFER - endlich erhält der Komponist die gebührende Aufmerksamkeit.

DRACHENLÄUFER ist musikalisch verortet. Natürlich in Afghanistan. Iglesias öffnet den emotional stimulierenden westeuropäischen Orchesterapparat für östliche Einflüsse. Dabei stuppt er nicht nur Lokalkolorit über seine Partitur, sondern nutzt das fremde Instrumentarium gleich dem vertrauten. Oft integriert er die Santur, Tabla oder den Oud in die jeweilige Orchestergruppe oder spiegelt den filmthematischen Kontrast zwischen Ost und West mit solistisch forschen Zweikämpfen. Für afghanische bzw. iranische Musiktradition in Reinform sorgen letztlich Ahmad Zahir, Ehsan Aman und Sami Yusuf.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

Label: Deutsche Grammophon

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