GLADIATOR

Hans Zimmer & Lisa Gerrard

Hans Zimmer gehört zu der Gruppe deutscher Auswanderer, die in den USA gefunden haben, was ihnen in der Heimat versagt geblieben war. Wie Regisseur Roland Emmerich und Kameramann Michael Ballhaus hat er das Hollywood von heute nachhaltig mitgeprägt.

Für GLADIATOR ging Zimmer erstmalig eine Kollaboration mit Dead Can Dance -Sängerin Lisa Gerrard ein, die kürzlich mit THE INSIDER eine überaus homogene Filmmusik abgeliefert hat. Über die Zusammenarbeit sagte Zimmer: I Think Lisa is the secret amazing element in this movie. Womit er nicht ganz Unrecht hat. Die gefühlige, wortlose Stimme kontrastiert mit der martialischen Gewalt seines Orchesterpops und fügt dem Score eine geheimnisvolle, sinnige Ebene hinzu. Es scheint, als würden Zimmer und Gerrard die Nähe des Films zu seinen Charakteren nutzen und mit den Gegensätzen spielen. So ist der Gestus wechselhafter als bei Alex North SPARTACUS-Partitur und reicht von sensibler Feinfühligkeit, brachialem Actionfeuer und keltischer Liedhaftigkeit bis hin zu Wagner-ähnlicher Glorifizierung. Auf Dauer strapaziert das allerdings den Filmzuschauer. Zwei Stunden Musik bei einer Lauflänge von 145 Minuten ist erdrückend viel. Die Auswahl auf der CD funktioniert hingegen ausgesprochen gut.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

Label: Decca

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