Label: Sony Classical

Little Women

Alexandre Desplat

Louisa May Alcotts’ Erfolgsroman „Little Women“ ist seit seinem Erscheinen mehrfach für die Kinoleinwand und das Fernsehen adaptiert worden, zuletzt 1994 unter dem Titel BETTY UND IHRE SCHWESTERN. Damals schrieb Thomas Newman einen seiner lyrischsten Soundtracks. Für Greta Gerwigs aktuelle Verfilmung wurde nun Alexandre Desplat verpflichtet.

So wie Newman zeigt sich auch Desplat von seiner lieblichen Seite. Allerdings auf Adrenalin. Vom abenteuerlichen Coming-Of-Age der Filmprotagonisten beflügelt, setzt der Komponist besonders die Streichersektion seines Orchesters in ständige Bewegung und läßt sie mit aufgeregten Läufen im Spiccato, Col legno oder Pizzicato alle Spieltechniken ihrer Instrumentengruppe durchdeklinieren. Fast immer begleitet vom gleichermaßen enthemmt tanzenden Pianopart. Nur selten zieht Desplat die Bremse und gönnt den Musikern mit liegenden Akkorden eine Atempause. Im Gegensatz zu Desplats vorletzter, unlogisch reduzierter Arbeit INTRIGE ist LITTLE WOMEN ein zwar frischer und lebensbejahender, aber an Hektik grenzender Eintrag im Werkkatalog des Franzosen.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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