Label: WTM

Meg

Harry Gregson-Williams

Der Schatten ist gigantisch. Jeder Filmmusikkomponist, der sich an einem Hai-Film versucht, tut dies mit John Williams’ DER WEISSE HAI im Nacken. So haben sich Trevor Rabin (DEEP BLUE SEA), Graeme Revell (OPEN WATER) und Marco Beltrami (THE SHALLOWS) in die übergroßen Fußstapfen gewagt – verschieden in Ansatz und Ergebnis. Während Rabin mit pathetischen Unisono-Schüben dem abenteuerlichen Aspekt verhaftet blieb, näherten sich Revell und Beltrami mit mäandernden Soundcollagen experimentierfreudiger dem dramatischen Moment ihrer jeweiligen Filmvorlage. Harry Gregson-Williams musikalisiert Hollywoods jüngsten Flossenwahnwitz MEG gezwungenermaßen fast ausschließlich als reinen Actionthriller. Seine lyrischen Qualitäten kann er dabei leider nur beiläufig ausspielen.

Zwischen die soliden, aber würzlos gestalteten orchestralen Actionkracher und Tempomacher schmuggelt er ein paar wenige inspirierte Tracks, deren Tonsprache an Gregson-Williams meisterliche Arbeiten zu KÖNIGREICH DER HIMMEL und DIE CHRONIKEN VON NARNIA anknüpfen. Die Genialität von Williams’ DER WEISSE HAI erreicht damit weiterhin keiner der hier genannten Komponisten.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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