D 2003, 90 min
Verleih: Concorde

Genre: Liebe, Teenie, Komödie

Darsteller: Felicitas Woll, Sebastian Ströbel, Sissy Perlinger

Regie: Jakob Schäuffelen

Kinostart: 01.04.04

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Abgefahren

Das Junior-Team muß sexy sein!

Mia schraubt. Am VW-Käfer von Mutti, mit dem sie am liebsten sofort die Rallye Paris-Dakar fahren würde. An Muttis Nerven, die die Kleine in ihrem ölverschmierten Overall am liebsten in die Wanne zerren und ihr die Rennfahrer-Flausen wegspülen würde. Die Szene ist München: Vorort, Reihenhaus, die Straßen wie geleckt. Die Mutti ist Sissy Perlinger: Sorgenfalten, rosa Fummel, Plüsch-Pumps. Klar, Mia: Also dann lieber Wüste.

Mia schnaubt. Über Mutti, die den Käfer maximal zum Milchholen rausrückt. Über Liane, die Stutenbissige aus der Mädchen-Rennfahrer-Clique, in die sie eines Tages stößt und die in der Neuen Konkurrenz wittert. Und vor allem über Cosmo, dieses arrogante Macho-Arschloch, das ihr erst den Rucksack klaut, dann an die Wäsche will und sich schließlich als Ex von Liane und ungeschlagener Daniel Düsentrieb der illegalen Münchener Autorenn-Szene entpuppt. Wie soll Mia dem Kerl das freche Maul stopfen? Soll sie ihn mit Muttis frisiertem Käfer in Grund und Boden fahren? Oder soll sie ihn lieber küssen? Oder beides?

ABGEFAHREN ist eine romantisch konfektionierte Teenie-Komödie aus der pubertierenden deutschen Vorstadt, die leider viel zu sehr auf ihr pubertierendes Vorstadt-Publikum schielt, um den Ausbruch aus dem Reihenhaus-Mief authentischer und witziger zu erzählen. "Die Leute wollen keinen Schumi-Langweiler mehr." doziert der Auto-Boß, der bei den illegalen Rennen heimlich Nachwuchskräfte für Paris-Dakar rekrutiert. "Das Junior-Team muß sexy sein, abgefahren eben!"

Das Junior-Team von ABGEFAHREN gibt sich da alle Mühe: mit Dosenbier und Federboa und Hyper!Hyper!-Scooter-Mucke, solang die Reifen quietschen. Doch leider ist das alles nur so wild und gefährlich wie ein Blaskonzert beim Möbel-Höffner-Schlußverkauf. Wenn diese neospießige Rebellennummer wenigstens noch mit klein bissel bayrischem Lokalkolorit geerdet gewesen wäre, hätt’s als Komödie einfach besser funktioniert. Aber nee, man will ja nicht unsexy sein.

In Suburbia-Niemandsland liefern alle sexy Pappkameraden ihren Text astrein hochdeutsch ab. Und wer sich doch traut und den Schnabel aufmacht, wie er ihm gewachsen ist, den diffamiert das Drehbuch gleich als Mundart-Heini und Berufs-Blödie.

[ Christian Seichter ]

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