Originaltitel: THE NINTH GATE

F/Spanien 1999, 140 min
Verleih: Fox

Genre: Mystery

Darsteller: Johnny Depp, Lena Olin, Emmanuelle Seigner

Regie: Roman Polanski

Kinostart: 16.12.99

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Die neun Pforten

Polanskis sinnlich-mysteriöser Kommentar zu Okkultismus und Esoterik

Schon in TANZ DER VAMPIRE vor gut 30 Jahren hat er das Horror-Genre parodiert, das den Rationalisten Polanski jetzt wieder zu einer selbstironischen Leinwanderzählung inspiriert. Vorlage war der spanische Bestseller DER CLUB DUMAS von Arturo Perez-Reverte.

Dean Corso erhält von einem reichen Sammler alter Bücher in Manhattan den Auftrag, die einzigen zwei weiteren Exemplare eines unter teuflischer Mitarbeit entstandenen Buches aus dem 17. Jahrhundert aufzutreiben. Der Autor des Buches war auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden, der New Yorker Sammler Boris Balkan besitzt das Exemplar, das den vorherigen Eigentümer in den Suizid getrieben hat. Dessen Witwe will es unbedingt wiederhaben und drangsaliert Corso deshalb auf heftige Weise.

Der Film hat, trotz aller Leichtigkeit, etwas Klaustrophobisches. Ganz im Sinne des besten Suspense, fühlt man sich an jedem Ort, den der Buchexperte Corso besucht, unwohl und unheimlich, ob in New York, Toledo, Portugal oder Paris. Und überall taucht überraschend und immer gerade im richtigen Moment ein geheimnisvolles Mädchen in Jeans und Turnschuhen als eine Art Schutzengel auf und verhindert, daß er sich in einem teuflisch hermetischen Labyrinth total verheddert. Wird er die fehlenden zwei Bücher finden und, auf alle drei verteilt, jene neun Illustrationen ermitteln, die angeblich vom Teufel selbst stammen und das Geheimnis des Zugangs zu seinem Reich enthalten?

Aus der Finsternis, die einen Geschmack von Asche hinterläßt, tritt am Ende das Licht - und Roman Polanski lacht sich ins Fäustchen.

[ Cinebiz ]

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