Originaltitel: WHERE THE MONEY IS

USA 1999, 85 min
Verleih: AFM

Genre: Gangster, Komödie

Darsteller: Linda Fiorentino, Paul Newman

Stab:
Regie: Marek Kanievska
Produktion: Ridley Scott

Kinostart: 20.07.00

Noch keine Bewertung

Ein heißer Coup

Paul Newman und Linda Fiorentino auf Raubzug

Die schönsten blauen Männeraugen der Filmgeschichte treffen auf die temperamentvolle Mischung aus Intelligenz und sexy Ausstrahlung. Eigentlich vielversprechend. Doch nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Der etwas beliebig ausgefallene deutsche Filmtitel übertreibt ungeniert, denn dieser Coup ist allenfalls lauwarm. Dabei fängt alles so gut an.

Die Krankenschwester Carol arbeitet in einem Pflegeheim. Der berüchtigte Bankräuber Henry Manning, nach einem Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt, wird aus dem überfüllten Gefängniskrankenhaus hierher überstellt. Doch ist er wirklich so hilflos und krank? Carol versucht alles, um das herauszufinden: ein sexy Tänzchen auf seinem Schoß, ein Tablett, das sie neben ihm klirrend zu Boden fallen läßt. Keine Reaktion. Schließlich nimmt sie Manning mit zu einem Picknick und stößt ihn, einer Eingebung folgend, mitsamt dem Rollstuhl in den See. Bingo! Der ehemals vollständig Gelähmte springt mopsfidel aus dem Wasser und der Schwindel ist aufgeflogen. Manning verraten? Kein Gedanke! Carol beschließt, gemeinsam mit dem gewieft-charmanten Verstellungskünstler ein Ding zu drehen, das ihm die Flucht ermöglicht und ihr die Chance gibt, ihr eingefahrenes Leben hinter sich zu lassen.

Bis hierher amüsiert man sich prächtig. Indem Kanievska seinen Darstellern viel Raum gibt, um ihr Können zu entfalten, entsteht eine aufgeladene Atmosphäre zwischen Erotik und Abenteuer. Komödiantischen Spürsinn bewies man beim Casting der Pflegeheiminsassen, die mit Schlagfertigkeit und liebenswürdigen Besonderheiten heftige Lacher garantieren. Doch dann verplätschert die Energie der ersten Filmhälfte in einem wenig originellen Raubzug, dem es eindeutig an Tempo fehlt: Geldtransporter überfallen, selber kassieren und mit der Beute verschwinden. Schade auch, daß man nicht den Mut hatte, bei der Beziehung zwischen gealtertem Gentleman-Verbrecher und krimineller Newcomerin Stellung zu beziehen. So steuern Bonny und Clyde in ein Nummer-Sicher-Happy End, das sicher eine Klasse besser hätte sein können.

[ Sylvia Görke ]

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