Originaltitel: LE PACTE DES LOUPS

F 2000, 144 min
Verleih: Helkon

Genre: Historie, Action, Fantasy

Darsteller: Samuel Le Bihan, Mark Dacascos, Emilie Dequenne, Vincent Cassel, Monica Bellucci

Regie: Christophe Gans

Kinostart: 14.02.02

1 Bewertung

Pakt der Wölfe

Französische Küche, heut mal wild und blutig

2001 war ein gutes Kinojahr für Frankreich. Ob nun AMÉLIE Herzen bricht, IMTIMACY Diskussionen schürt oder VIDOCQ optisch verblüfft - mit dem filmisch Althergebrachten gibt man sich links des Rheines nicht zufrieden. Doch bei allem Respekt vor cineastischem Mut, im Falle von Christophe Gans kommen uns da Zweifel. Mit CRYING FREEMAN debütierte dieser 1995 vielversprechend. Aber statt ihn sofort zu Höherem zu berufen, ließ man Gans sechs Jahre warten, ehe er den PAKT DER WÖLFE in Szene setzen durfte. Sechs Jahre, das sind mindestens ein halber Kubrick oder 7 Woody Allens ...

Dementsprechend ist auch die Masse der Ideen ausgefallen, die Regisseur Gans nun mit aller handwerklichen Gewalt in seine Gruselmär zwängt. Optisch opulent ist sie geworden, jedoch an der Grenze zur Vergewaltigung des Zuschauers. Und gemäß der traurigen Weisheit, daß grausamer als jede Vorstellungskraft doch die Realität ist, basiert das Schauermärchen auf einer Legende aus dem 18. Jahrhundert: Die "Bestie von Gévaudan" terrorisiert einen Landstrich im bergigen Norden Frankreichs. Die örtliche Miliz ist machtlos, der blutleere Adel wird noch blasser, und Ludwig der XV. sieht seine Macht erschüttert. Selbst dessen Militär kann die Morde nicht stoppen, welche auf einen überdimensionalen Wolf hinweisen. Als der weitgereiste Forscher Grégoire de Fronsac in Gévaudan Halt macht, erhofft man von ihm und seinem stillen Begleiter Mani die dringend nötige Hilfe. Und tatsächlich begeben sie sich auf die Fährte des Monsters ...

Wirklich gruselig an PAKT DER WÖLFE ist sein unwissendes Pendeln zwischen Langatmigkeit und Sensation. Mit seinem unübersichtlichen Personengeflecht, den knalligen, aber wahllos eingestreuten Martial-Arts-Einlagen und dem behäbigen Abgrasen so ziemlich aller machbaren Themen steht der Film sich selbst im Weg. Die Spannung kommt und geht sporadisch. Den Bogen überspannt Gans vollends, wenn sein Held nach fast zwei Stunden Laufzeit in einen zutiefst zynischen und abstoßenden Rachefeldzug zieht, als Ersatz für ein sinniges Ende. Was soll da eine ausgefeilte Optik noch rausreißen?

Vielleicht nächstes Mal doch drei aufregende Filme daraus machen, statt einem überfrachteten Fantasy-Scharmützel?

[ Roman Klink ]

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